Verbraucherpreisindex: Werte, Bedeutung und Berechnung
Der Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt, wie sich die Konsumpreise in Deutschland im Durchschnitt entwickeln. Vergleichst du zwei Indexstände, kannst du daraus die Inflationsrate berechnen.
Der Verbraucherpreisindex in den letzten zwölf Monaten
Deutschland · Oktober 2025 bis September 2026 · Endgültige Monatsindizes · Basis 2020 = 100.
Quelle: Destatis, deutscher Verbraucherpreisindex.
Indexstände in Punkten. Die Inflationsrate ergibt sich aus dem Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres.
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Die Kurve zeigt die letzten zwölf endgültigen Indexstände. Die Inflationsrate in der Tabelle darunter vergleicht jeden Monat mit demselben Monat des Vorjahres.
Eine vorläufige Inflationsmeldung kann bereits vorliegen, bevor der endgültige Indexstand veröffentlicht wird. Bei der aktuellen Inflationsrate in Deutschland steht deshalb jeweils der Monat und der Stand der Veröffentlichung.
Monatswerte und Inflationsraten anzeigen
| Monat | Preisindex | Inflation zum Vorjahresmonat |
|---|---|---|
| Oktober 2025 | 123,0 | 2,3 % |
| November 2025 | 122,7 | 2,3 % |
| Dezember 2025 | 122,7 | 1,8 % |
| Januar 2026 | 122,8 | 2,1 % |
| Februar 2026 | 123,1 | 1,9 % |
| März 2026 | 124,5 | 2,7 % |
| April 2026 | 125,2 | 2,9 % |
| Mai 2026 | 125,0 | 2,6 % |
| Juni 2026 | 124,6 | 2,3 % |
| Juli 2026 | 125,6 | 2,8 % |
| August 2026 | 125,8 | 2,9 % |
| September 2026 | 126,6 | 3,3 % |
Warum 121,9 nicht 121,9 Prozent Inflation bedeutet
Im Jahresdurchschnitt 2025 beträgt der VPI 121,9, wenn 2020 gleich 100 gesetzt ist. Das bedeutet ein um 21,9 Prozent höheres Preisniveau gegenüber dem Basisjahr. Es bedeutet weder 121,9 Prozent Jahresinflation noch eine Verteuerung um 21,9 Prozent allein im Jahr 2025.
Für die Jahresrate 2025 wird stattdessen mit dem Jahresdurchschnitt 2024 verglichen. Dessen Index beträgt 119,3. Die Rechnung (121,9 / 119,3 − 1) × 100 ergibt mit den veröffentlichten gerundeten Werten etwa 2,18 Prozent. Die amtliche Jahresrate wird auf eine Nachkommastelle als 2,2 Prozent angegeben.
Jahresdurchschnitte und Monatsindizes unterscheiden
Ein Jahresdurchschnitt fasst die zwölf Monatsstände eines Kalenderjahres zusammen. Ein Monatsindex beschreibt dagegen die durchschnittlichen Preise in diesem Monat. Für einen Vergleich zweier ganzer Jahre werden Jahresdurchschnitte verwendet; für zwei konkrete Monate die jeweiligen Monatswerte.
Wer einen Januarwert mit dem Durchschnitt eines anderen Jahres vergleicht, hat eine andere Fragestellung gewählt. Solche unterschiedlichen Zeitbezüge sollten nicht unbemerkt vermischt werden. Der Dezemberindex ist außerdem kein Ersatz für den gesamten Jahresdurchschnitt. Die Tabelle zeigt die letzten zehn abgeschlossenen Kalenderjahre.
| Jahr | Preisindex | Inflation zum Vorjahr |
|---|---|---|
| 2016 | 95,0 | 0,5 % |
| 2017 | 96,4 | 1,5 % |
| 2018 | 98,1 | 1,8 % |
| 2019 | 99,5 | 1,4 % |
| 2020 | 100,0 | 0,5 % |
| 2021 | 103,1 | 3,1 % |
| 2022 | 110,2 | 6,9 % |
| 2023 | 116,7 | 5,9 % |
| 2024 | 119,3 | 2,2 % |
| 2025 | 121,9 | 2,2 % |
Wie lautet die Formel für die Inflationsrate?
Für die Preisveränderung gilt: (Zielindex / Ausgangsindex − 1) × 100. Der Geldbetrag für dieselbe Kaufkraft ergibt sich aus Ausgangsbetrag × Zielindex / Ausgangsindex. Beide Indexwerte müssen aus derselben passenden Reihe kommen und dieselbe Basis verwenden.
Für eine Monatsrate zum Vorjahr teilst du den Index des Berichtsmonats durch den Index desselben Monats im Vorjahr. Für eine Jahresrate verwendest du zwei Jahresdurchschnitte. Die Quartalswerte für Deutschland folgen derselben Formel mit dem Mittel der drei Monatsindizes.
Ein Beispiel aus Jahresdurchschnitten: Aus 1.000 Euro im Jahr 2020 werden bei einem Indexanstieg von 100,0 auf 121,9 rechnerisch 1.219 Euro im Jahr 2025. Der unveränderte Betrag von 1.000 Euro hätte am Ende dagegen nur noch rund 820,34 Euro Kaufkraft in Preisen des Ausgangsjahres. Das Preisplus von 21,9 Prozent ist deshalb nicht mit dem Kaufkraftverlust von rund 17,97 Prozent gleichzusetzen.
Wenn dir die beiden Indexstände vorliegen, gib sie im Verbraucherpreisindex-Rechner ein. Dort kannst du auch zwei veröffentlichte deutsche Monatswerte wählen und einen Geldbetrag umrechnen.
Indexpunkte sind nicht dasselbe wie Prozent
Steigt ein angenommener Index von 120 auf 126, nimmt er um 6 Indexpunkte zu. Die prozentuale Veränderung beträgt aber 126 / 120 − 1 = 5 Prozent. Nur bei einem Ausgangswert von genau 100 stimmen die Zahl der Punkte und die Zahl der Prozent zufällig überein.
Für die Inflationsberechnung wird deshalb immer das Verhältnis verwendet. Das ist besonders wichtig, wenn eine ältere Tabelle, ein Vertrag oder eine Grafik nur absolute Indexstände zeigt. Wer 6 Punkte ohne Division als 6 Prozent behandelt, überschätzt in diesem Beispiel die Veränderung. Im Inflationsrechner wird der Quotient direkt aus den gewählten Indexwerten berechnet.
Was die Basis 2020 = 100 aussagt
Das Basisjahr bestimmt, bei welchem Preisniveau der Index seinen Basiswert hat. Rechnet man alle Werte mit demselben Faktor auf ein neues Basisjahr um, sehen die Indexstände anders aus. Die prozentuale Veränderung zwischen zwei Zeitpunkten bleibt gleich.
Eine umfassende Revision kann zusätzlich Gewichte, Datenquellen oder Methoden verändern. Dann können sich auch früher veröffentlichte Inflationsraten ändern. Diese Neuberechnung ist von der bloßen Umbasierung zu trennen. Beim deutschen VPI gelten 2025 und 2026 weiterhin die Basis und das Wägungsschema 2020; die nächste Umstellung auf Basis 2025 ist voraussichtlich für 2028 vorgesehen.
Wie aus vielen Preisreihen ein Gesamtindex wird
Lebensmittel, Wohnen, Verkehr und Dienstleistungen können unterschiedlich schnell teurer werden. Wie stark sie den Gesamtindex verändern, hängt auch davon ab, wie viel Geld Haushalte für den jeweiligen Bereich ausgeben.
Der Warenkorb und seine Gewichte werden gesondert aufgeschlüsselt. Das erklärt auch, warum ein Haushalt die Teuerung anders erleben kann als der Durchschnitt. Die Grafik zeigt den Verlauf der zwölf Hauptgruppen. Ein hoher Einzelwert belegt nicht allein, welcher Bereich die gesamte Inflation am stärksten verursacht hat.
Was ist seit 2020 teurer geworden?
Jahresdurchschnitt 2020 bis September 2026 · Veränderung der zwölf VPI-Hauptgruppen in Prozent.
Quelle: Destatis, Verbraucherpreisindex nach zwölf Hauptgruppen. September 2026, endgültig.
Der Gesamtindex gewichtet die Gruppen unterschiedlich. Persönliche Ausgabenanteile können davon abweichen.
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VPI, HVPI und andere Preisindizes auseinanderhalten
Der nationale VPI misst deutsche Konsumpreise. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland, kurz HVPI, verwendet andere Abgrenzungen und aktualisiert seine Gewichte jährlich. Seine Werte dürfen nicht ohne Kennzeichnung als Fortsetzung einer nationalen VPI-Reihe verwendet werden.
Erzeugerpreise, Einfuhrpreise und Immobilienkaufpreise beantworten ebenfalls andere Fragen. Ein höherer Einfuhrpreis ist noch nicht derselbe prozentuale Anstieg im Laden. Der Kaufpreis eines Hauses ist wiederum kein allgemeiner Verbraucherpreisindex. Für einen Vergleich braucht es zuerst die passende Preisgröße; ähnlich klingende Indexnamen machen die Reihen nicht austauschbar.
Welcher Indexwert zu einer konkreten Rechnung passt
Für eine historische Geldwertfrage werden Betrag und passende Ausgangs- und Zielzeitpunkte benötigt. Bei einem Vertrag kann zusätzlich festgelegt sein, welcher Index, welcher Bezugsmonat und welche Berechnungsregel gelten. Aus der Indexrechnung allein folgt noch nicht, wann eine vertragliche Anpassung zulässig oder fällig ist.
Für den eigenen Lebensstandard ist ein allgemeiner VPI-Vergleich ein Maßstab, aber keine individuelle Haushaltsrechnung. Der persönliche Inflationsrechner verwendet vergleichbare eigene Ausgaben. Ein Gehalt wird anschließend mit einer passenden Preisentwicklung verglichen. Inflation einfach erklärt bietet den Einstieg, wenn zunächst Preisniveau und Kaufkraft geklärt werden sollen.
Mit zwei Indexwerten einen Betrag berechnen
Der VPI-Indexrechner setzt die Formel mit zwei vorhandenen deutschen Monatswerten um. Für ältere Stichtage oder eine andere veröffentlichte Reihe kannst du eigene Indexwerte eintragen. Ein bloßer Unterschied in Indexpunkten wird dabei nicht mit der Prozentänderung verwechselt.
Für Indexmieten, Verträge und Industriepreise gibt es eigene Erläuterungen. Der rechnerische Indexfaktor entscheidet nicht über die Zulässigkeit einer bestimmten Anpassung.
Quellen zum Beitrag
- Destatis: Monatswerte des VPI, GENESIS 61111-0002
- Destatis: Verbraucherpreisindex und Inflationsrate
- Destatis: Jahreswerte des VPI, GENESIS 61111-0001
- Destatis: Gesamtindex und zwölf VPI-Abteilungen
- Destatis: Erhebungskatalog 2025 und geplantes VPI-Basisjahr 2025
- Destatis: Revision 2023 und geänderte Inflationsraten für 2022
- Antwort der Bundesregierung: VPI-Methodik und Wägungsschema, Drucksache 21/7461
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Abgrenzung und Berechnung