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Realzinsrechner: Was nach Inflation bleibt

Dein Sparguthaben wächst durch Zinsen. Wie viel davon bleibt nach Inflation? Gib Betrag, Jahreszins, erwartete Teuerung und Laufzeit ein. Der Realzinsrechner zeigt den späteren Kontostand und seinen Wert zu den Preisen am Anfang der Laufzeit.

Die vorbelegten Raten sind Rechenannahmen. Jährliche Verzinsung, vor Steuern und Gebühren.

Realer Zins pro Jahr

+0,98 %

Reale jährliche Verzinsung vor Steuern und Gebühren bei konstanten eingegebenen Raten.

Endbetrag auf dem Konto
13.439,16 €
Endbetrag in heutiger Kaufkraft
11.024,80 €

Welche Werte in den Realzinsrechner gehören

Gib an, wie viel Geld du zu Beginn anlegst. Zins und Inflation trägst du als Jahresraten ein, die Laufzeit in ganzen Jahren. Die voreingestellten Zahlen sind Beispiele.

Für jedes Jahr rechnet der Rechner die Zinsen dem Guthaben zu. Im nächsten Jahr wird auch dieser Betrag verzinst. Zins und Inflation bleiben in der Rechnung konstant. Wenn du später Geld einzahlst oder abhebst, brauchst du eine Rechnung, die diese Zahlungen zeitlich berücksichtigt.

Mehr Kontoguthaben oder mehr Kaufkraft?

Der Nominalzins erhöht den Eurobetrag auf dem Konto. Der Realzins beschreibt, wie sich dessen Kaufkraft verändert, nachdem der Preisanstieg berücksichtigt wurde. Bei 3 Prozent Zins und 2 Prozent Inflation wächst der Kontostand schneller als das Preisniveau. Die Kaufkraft nimmt zu.

Für die genaue Rechnung werden Faktoren geteilt: Realzins = (1 + Nominalzins) / (1 + Inflation) − 1. Prozentangaben setzt du als Dezimalzahlen ein. Aus 3 und 2 Prozent wird deshalb 1,03 / 1,02 − 1. Das ergibt rund 0,98 Prozent reale Verzinsung pro Jahr.

10.000 Euro bei 3 Prozent Zins und 2 Prozent Inflation

Diese frei gewählten Annahmen ergeben nach einem Jahr 10.300 Euro auf dem Konto. Um den Betrag zu Anfangspreisen auszudrücken, wird durch den Preisfaktor 1,02 geteilt. So bleiben 10.098,04 Euro an Kaufkraft des Ausgangszeitpunkts. Der reale Zuwachs beträgt 98,04 Euro.

Um nur die ursprüngliche Kaufkraft der 10.000 Euro zu erhalten, wären bei 2 Prozent Inflation 10.200 Euro nötig. Der tatsächliche nominale Endbetrag liegt 100 Euro darüber. Diese 100 Euro sind Geld zum Endzeitpunkt; zu Anfangspreisen entsprechen sie 98,04 Euro. Beide Angaben bewerten denselben Überschuss mit unterschiedlichen Preisständen.

Angenommenes Einjahresbeispiel, vor Steuern und Gebühren.
KennzahlErgebnis
Anfangsbetrag10.000 €
Angenommener Jahreszins3,00 %
Angenommene Jahresinflation2,00 %
Nominaler Endbetrag10.300 €
Endbetrag zu Anfangspreisen10.098,04 €
Realer Zins pro Jahr0,98 %

Geldentwertung trotz Zinsen

Ein positiver Nominalzins verhindert keinen Kaufkraftverlust. Bei angenommenen 2 Prozent Zins und 4 Prozent Inflation wachsen 10.000 Euro nach einem Jahr auf 10.200 Euro. Geteilt durch 1,04 entsprechen sie aber nur noch 9.807,69 Euro zu Anfangspreisen. Der reale Verlust beträgt 192,31 Euro oder rund 1,92 Prozent.

Der Kontostand fällt in diesem Beispiel nicht. Der Verlust entsteht dadurch, dass die Preise schneller steigen als das Guthaben. Ohne Zinsen wäre die Kaufkraft bei denselben 4 Prozent Inflation noch geringer. Der Rechner trennt deshalb den Geldbetrag auf dem Konto vom inflationsbereinigten Wert.

Wie Zinseszins und Inflation zusammenwirken

Über mehrere Jahre wirkt der Zinseszins. Zum nominalen Endbetrag kommst du mit Anfangsbetrag × (1 + Jahreszins) hoch Anzahl Jahre. Für den realen Endbetrag teilst du zunächst den Zinsfaktor durch den Preisfaktor und potenzierst dieses Verhältnis mit der Laufzeit: Anfangsbetrag × [(1 + Jahreszins) / (1 + Jahresinflation)] hoch Anzahl Jahre.

Bei 10.000 Euro, 3 Prozent Zins und 2 Prozent Inflation über fünf Jahre stehen nominal 11.592,74 Euro auf dem Konto. Zu Anfangspreisen sind es rund 10.499,90 Euro. Die reale Zunahme beträgt über die gesamte Laufzeit ungefähr 5 Prozent. Das ist nicht dieselbe Kennzahl wie die jährliche reale Verzinsung von rund 0,98 Prozent.

Rechenannahmen für fünf Jahre, jeweils jährlich konstant und ohne weitere Einzahlungen.
Jahreszins / InflationNominaler EndbetragEndbetrag zu Anfangspreisen
3 % / 2 %11.592,74 €10.499,90 €
2 % / 4 %11.040,81 €9.074,74 €

Was ohne Verzinsung passiert

Auch unverzinstes Geld verliert Kaufkraft. Ausgehend von 10.000 Euro, die zehn Jahre auf dem Konto bleiben, und einer angenommenen jährlichen Teuerung von 2 Prozent ergibt sich ein Wert von rund 8.203,48 Euro zu den Preisen des Ausgangsjahres. Auf dem Konto stehen weiterhin 10.000 Euro; der Kaufkraftverlust beträgt ungefähr 17,97 Prozent.

Die Preissteigerung über diese zehn Jahre liegt dagegen bei rund 21,90 Prozent. Preisplus und Kaufkraftminus sind verschiedene Größen: Das Preisniveau wird mit dem Anfangspreis verglichen, die verbleibende Kaufkraft mit dem unveränderten Geldbetrag. Auch deshalb können Inflationsraten nicht einfach über mehrere Jahre zusammengezählt oder vom Kapital abgezogen werden.

Für bereits vergangene Zeiträume zeigt der historische Inflationsrechner die Geldentwertung anhand veröffentlichter Preisindizes.

Welche Inflation zum Zinsvergleich passt

Für eine Zukunftsrechnung ist die Inflation eine Annahme. Ob ein fest vereinbarter Zins später einen positiven Realertrag bringt, hängt von der tatsächlich eintretenden Preisentwicklung ab. Die aktuelle Monatsinflation ist dafür keine Zusage für die gesamte Laufzeit. Verändere die Annahme, um zu sehen, wie empfindlich das Ergebnis darauf reagiert.

Bei einer Rückschau müssen Zins und Preisentwicklung denselben Zeitraum abdecken. Die hier angebotene Rechnung verwendet gleichbleibende Jahresraten. Haben sich die Zinsen oder die Inflation jährlich verändert, ist eine genaue Rückrechnung mit den jeweiligen Jahresfaktoren erforderlich. Ein beliebig gewählter Durchschnitt oder der letzte veröffentlichte Wert bildet diesen Verlauf nicht automatisch ab.

Was bei Steuern und Gebühren fehlt

Der Rechner zeigt das Ergebnis vor Steuern und Gebühren. Wenn von den Zinsen Steuern abgehen oder du für das Konto zahlst, steht dir weniger zur Verfügung. Wie viel abgezogen wird, hängt von deiner Anlage und deiner persönlichen Situation ab.

Achte beim Vergleich zweier Ergebnisse auf dieselben Voraussetzungen: dieselbe Laufzeit, dieselbe Art der Zinsgutschrift und dieselben einbezogenen Kosten. Ein höherer angegebener Jahreszins allein reicht nicht, um zwei Anlagen mit unterschiedlichen Zahlungsabläufen sinnvoll zu vergleichen. Auch zusätzliche Einzahlungen dürfen nicht als Zinsertrag des ursprünglichen Kapitals mitgezählt werden.

Welche Aussage das Ergebnis für dich hat

Am realen Endbetrag kannst du ablesen, wie viel du dir nach der Laufzeit zu den gewählten Vergleichspreisen leisten könntest. Wohnung, Auto oder Strom können sich anders verteuern als der allgemeine Warenkorb.

Für einen Vergleich mit deinen eigenen Lebenshaltungskosten kannst du deren ermittelte Teuerung als Rechenannahme verwenden. Halte dabei Zeitraum und Bedeutung der Eingabe fest. Ein positives reales Ergebnis heißt dann, dass das Kapital im Verhältnis zu diesem Warenkorb an Kaufkraft gewinnt; ein negatives Ergebnis zeigt einen Rückgang. Über Risiko, Verfügbarkeit oder Eignung einer Geldanlage sagt diese Rechnung allein nichts aus.

Zinseszins mit monatlichen Einzahlungen

Eine laufende Sparrate kommt zu unterschiedlichen Zeitpunkten zur Anlage hinzu. Sie wird daher nicht einfach so verzinst, als hätte sie bereits am ersten Tag vollständig auf dem Konto gelegen. Der Vermögensrechner berechnet monatliche Einzahlungen am Monatsende und zeigt nominales Kapital und heutige Kaufkraft getrennt.

Quellen zum Beitrag