Persönlicher Inflationsrechner
Was kostet dein üblicher Einkauf, deine Wohnung oder dein Strom heute im Vergleich zu früher? Trag die Kosten für dieselben Mengen und Leistungen ein. Du siehst, wie viel mehr du im Monat ausgibst und ob dein Netto mit den Preisen Schritt hält.
Welche Beträge du eingibst
Lege zuerst zwei Vergleichszeitpunkte fest, etwa Januar 2025 und Januar 2026. Für beide Spalten brauchst du einen Monatsbetrag. Wiederkehrende Jahreskosten, beispielsweise einen Versicherungsbeitrag, teilst du durch zwölf. Bei stark schwankenden Einkäufen kann ein Durchschnitt mehrerer vergleichbarer Monate aussagekräftiger sein als ein einzelner Kassenbon.
Zähle jede Ausgabe nur einmal. Wenn deine Heizkosten schon in der Warmmiete stecken, lass sie in der Zeile für Energie weg. Vergleiche denselben Haushalt. Die Ausgaben einer Person und die einer inzwischen vierköpfigen Familie zeigen vor allem, wie sich der Bedarf verändert hat.
Wie deine Ausgaben zu Gewichten werden
Je mehr Geld du für einen Posten ausgibst, desto stärker schlägt dessen Preissteigerung durch. Der Rechner nimmt dafür die früheren Kosten. Wer insgesamt 2.000 Euro und davon 350 Euro für Lebensmittel ausgegeben hat, kommt bei Lebensmitteln auf ein Gewicht von 17,5 Prozent.
Steigen diese Lebensmittelkosten bei gleicher Menge um 10 Prozent, kommen 35 Euro hinzu. Bezogen auf den gesamten früheren Warenkorb sind das 1,75 Prozentpunkte Teuerung. Ein gleich hoher Preisanstieg bei einem kleinen Posten von 20 Euro würde den Gesamtwarenkorb dagegen nur um 2 Euro verteuern. Deshalb werden einzelne Preissteigerungsraten nicht einfach gemittelt.
Preissteigerung oder mehr Verbrauch?
Angenommen, du kaufst zunächst zehn Liter eines Produkts für je einen Euro. Später kosten zwölf Liter je 1,10 Euro. Deine Rechnung steigt von 10 auf 13,20 Euro, also um 32 Prozent. Der Preis je Liter ist aber nur um 10 Prozent gestiegen. Für den Inflationsvergleich rechnest du deshalb auch später mit zehn Litern und trägst 11 Euro ein.
Bei Strom und Heizung funktioniert es ähnlich: Vergleiche die Kosten derselben Kilowattstunden einschließlich der passenden Grundgebühren. Ein höherer Abschlag kann auch eine frühere Nachzahlung oder geänderten Verbrauch berücksichtigen. Für Lebensmittel helfen Kilogramm-, Liter- und Stückpreise. Eine kleinere Packung zum gleichen Preis ist auf gleicher Mengenbasis teurer.
Ein Warenkorb wird 120 Euro teurer
Der Beispielhaushalt kauft dieselben Mengen und Leistungen für dieselbe Personenzahl. Früher zahlte er insgesamt 2.000 Euro im Monat, später 2.120 Euro. Seine persönliche Teuerung liegt bei 6 Prozent (2.120 / 2.000 − 1). Die Kosten sind frei gewählt.
Der größte Kostenblock muss dabei nicht die größte Veränderung liefern. Wohnen beansprucht im Beispiel 40 Prozent des Ausgangsbudgets, wird aber nur 20 Euro teurer. Lebensmittel und Wohnenergie verursachen zusammen 65 Euro Mehrkosten. Die Aufschlüsselung zeigt, welcher Posten das Ergebnis tatsächlich bewegt.
| Ausgabe | Vorher | Nachher | Gewicht vorher |
|---|---|---|---|
| Wohnen ohne Wohnenergie | 800 € | 820 € | 40,0 % |
| Wohnenergie | 150 € | 180 € | 7,5 % |
| Lebensmittel | 350 € | 385 € | 17,5 % |
| Mobilität | 200 € | 220 € | 10,0 % |
| Weitere Ausgaben | 500 € | 515 € | 25,0 % |
| Summe | 2.000 € | 2.120 € | 100,0 % |
Hält dein Netto damit Schritt?
Ergänze dein verfügbares Monatsnetto an beiden Zeitpunkten, wenn du auch die Kaufkraft prüfen möchtest. Im Beispiel steigt es von 2.800 auf 2.912 Euro. Das sind 4 Prozent mehr Geld, während der erfasste Warenkorb 6 Prozent teurer wird. Nach der Inflationsbereinigung beträgt die reale Nettoänderung (2.912 / 2.800) / 1,06 − 1, also rund minus 1,89 Prozent.
Um die Kaufkraft des gesamten früheren Nettobetrags zu erhalten, wären rechnerisch 2.800 × 1,06 = 2.968 Euro erforderlich. Gegenüber diesem Betrag fehlen 56 Euro. Die Rechnung überträgt die gemessene Warenkorbverteuerung auf das ganze Netto. Sie sagt noch nicht, wie viel nach deinen tatsächlich erfassten Ausgaben übrig bleibt.
Beim Gehaltsvergleich nach Inflation kannst du zusätzlich Arbeitszeit und Sonderzahlungen berücksichtigen. Möchtest du ein Gespräch vorbereiten, hilft das Beispiel zur Gehaltsverhandlung wegen Inflation. Für Ruheständler gibt es den Kaufkraftvergleich für die Rente.
Warum dein Restbudget anders aussehen kann
Früher blieben von 2.800 Euro netto nach 2.000 Euro Ausgaben noch 800 Euro. Später blieben von 2.912 Euro nach 2.120 Euro Kosten nur 792 Euro übrig. Das sind 8 Euro weniger. Die Lücke von 56 Euro oben fällt größer aus, weil dort auch die Kaufkraft des Restbetrags zählt.
Für denselben erfassten Warenkorb und einen weiterhin nominalen Restbetrag von 800 Euro würden 2.920 Euro Netto reichen. Dieser Restbetrag hätte allerdings ebenfalls weniger Kaufkraft. Für eine Haushaltsplanung sind deshalb beide Fragen sinnvoll: Kannst du die laufenden Kosten bezahlen, und bleibt auch der übrige finanzielle Spielraum real erhalten?
Was bei fehlenden Ausgaben passiert
Trägst du nur Lebensmittel ein, bezieht sich das Ergebnis auf diese Lebensmittel. Für die ganze Haushaltsrechnung gehören auch seltenere Käufe dazu. Du kannst zum Beispiel bezahlte Möbelkäufe über einen längeren Zeitraum mitteln. Eine bloße Rücklage lässt du beim Preisvergleich außen vor.
Zwei leere Felder lassen einen Posten außerhalb der Rechnung. Wenn du nur eine der beiden Spalten ausfüllst, fordert der Rechner die fehlende Angabe an. Eine Null passt nur, wenn tatsächlich keine entsprechenden Kosten entstehen. Neu hinzugekommene Ausgaben ohne früheren Vergleichspreis, etwa ein erstmals angeschafftes Auto, eignen sich nicht für einen reinen Vorher-Nachher-Preisvergleich. Behalte sie für die Budgetplanung separat im Blick.
„Wahre Inflation“: Warum deine Rate vom VPI abweicht
Deine Ausgabenanteile können vom Durchschnitt abweichen. Hinzu kommen konkrete Verträge, Einkaufsorte und tatsächlich bezahlte Preise. Eine persönliche Rechnung mit Belegen kann deshalb ein anderes Ergebnis liefern als eine Rechnung, die eigene Gewichte auf amtliche Preisindizes anwendet. Im zweiten Fall werden deine Ausgabenanteile angepasst, die Preise bleiben Durchschnittswerte.
Für einen Vergleich brauchst du denselben Zeitraum. Eine Warenkorbänderung von Januar zu Januar ist nicht direkt mit einem Jahresdurchschnitt gleichzusetzen. „Wahre Inflation“ bezeichnet hier die Teuerung deiner nachvollziehbar erfassten Ausgaben. Aus dem Ergebnis folgt weder eine allgemeingültige Alternativrate noch eine Aussage darüber, wie stark andere Haushalte betroffen sind.