Industriepreise mit dem passenden Index berechnen
Wie verändert sich ein Maschinenpreis zwischen zwei Indexständen? Trage zwei veröffentlichte Werte derselben Reihe ein. Der Rechner zeigt die Änderung in Prozent und rechnet den Betrag auf den neuen Indexstand um. Wähle eine Reihe für die passende Gütergruppe.
Welche Reihe zu Maschinen und Industrie gehört
Der deutsche Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im Inlandsabsatz erfasst Preise auf einer anderen Handelsstufe als der Verbraucherpreisindex. Er enthält Untergruppen, etwa für Maschinen; eine Gesamtzahl für die Industrie muss deshalb nicht die Entwicklung einer bestimmten Maschinenart abbilden.
Achte bei der Auswahl auf Gütergruppe, Absatzmarkt und Indexbasis. Die GENESIS-Statistik 61241 bietet Tabellen nach dem Güterverzeichnis GP2019. Vergleiche Monatswerte mit Monatswerten und Jahresdurchschnitte mit Jahresdurchschnitten.
Zwei Werte aus derselben Reihe verwenden
Gib den damaligen Betrag sowie Anfangs- und Endindex ein. Die Zahl 100 ist nicht zwingend ein Anfangsindex; sie bezeichnet nur das durchschnittliche Preisniveau im Basisjahr. Für einen Ausgangsmonat mit Index 112 muss durch 112 geteilt werden.
Nach einem Basiswechsel dürfen beispielsweise ein älterer Wert auf Basis 2015 und ein neuer Wert auf Basis 2021 nicht unmittelbar dividiert werden. Verwende die amtlich auf eine einheitliche Basis umgerechnete Reihe. Der Rechner kann aus zwei bloßen Zahlen nicht erkennen, ob sie sachlich zusammengehören.
Beispiel für eine Preisfortschreibung
Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen. Steigt der Index von 110 auf 121, sind das elf Punkte oder zehn Prozent. Für einen früheren Betrag von 50.000 Euro rechnest du 50.000 × 121 / 110. Das ergibt 55.000 Euro.
Die 55.000 Euro folgen aus dem gewählten Index. Ein Händler kann für eine konkrete Maschine einen anderen Preis verlangen, etwa wegen ihres Alters, ihres Wartungszustands oder technischer Neuerungen.
Warum die allgemeine Inflationsrate daneben anders sein kann
Haushalte kaufen einen anderen Warenkorb als Industrieunternehmen. Auch Preise für Importe, Exporte, Bauleistungen und Großhandel beschreiben jeweils eigene Sachverhalte. Der Verbraucherpreisindex eignet sich für die durchschnittliche Kaufkraft privater Konsumausgaben, nicht automatisch für jede Beschaffung.
Wer den tatsächlichen Preis zweier Angebote kennt, kann stattdessen die direkte Preisänderung berechnen. Für eine vertragliche Fortschreibung ist hingegen die konkret vereinbarte Reihe und Klausel maßgeblich.
Was aus der Indexrechnung vertraglich folgt
Eine mathematische Indexveränderung begründet allein keinen Zahlungsanspruch. Bei Preisanpassungsklauseln können nur Teile des Entgelts veränderlich sein, mehrere Indizes eingehen oder eigene Schwellen gelten. Eine einfache Vollanpassung ist dann nicht die richtige Vertragsformel.
Der Artikel zur Wertsicherung in Verträgen erklärt den Unterschied zwischen einer Indexrechnung und der vertraglichen Anwendung. Hier wird der gesamte eingegebene Betrag proportional fortgeschrieben; Gewichtungs- oder Materialpreisgleitklauseln werden nicht automatisch ausgelegt.
So hältst du eine wiederholte Berechnung vergleichbar
Notiere neben den beiden Werten die genaue Reihenbezeichnung, Güterposition, Basis, Monate und den Veröffentlichungsstand. Bei einer späteren Revision lässt sich so nachvollziehen, mit welchem Datenstand du gerechnet hast.
Welche Reihe du verwendest, entscheidest du selbst. Mit der notierten Reihenbezeichnung kannst du später nachsehen, aus welchen Daten dein Ergebnis stammt.