Inflation seit 2020: Wie viel teurer ist das Leben geworden?
Von 2020 bis 2025 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 21,9 Prozent. Für einen statistischen Warenkorb im Wert von 1.000 Euro waren damit 1.219 Euro nötig. Ein Vergleich ab Januar 2020 oder bis zu einem bestimmten Monat ergibt einen anderen Wert.
Was aus 1.000 Euro von 2020 wurde
Deutschland · Jahresdurchschnitte 2020–2025 · Betrag für dieselbe Kaufkraft im jeweiligen Jahresdurchschnitt.
Quelle: Destatis, deutscher Verbraucherpreisindex.
Ausgangsbetrag 1.000 Euro × VPI des Zieljahres / VPI 2020. Berechnet aus Jahresdurchschnitten.
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Im Jahresdurchschnitt 2020 stand der Verbraucherpreisindex bei 100, im Jahr 2025 bei 121,9. Für denselben statistischen Warenkorb waren 2025 also 21,9 Prozent mehr nötig. Der Vergleich einzelner Monate kann davon abweichen.
Die Rechnung zeigt den Durchschnitt. Was dein eigener Einkauf kostet, hängt davon ab, was und wie viel du kaufst. Die Lebensmittelpreise findest du deshalb auch separat.
Jahreswerte und Kaufkraftbeträge anzeigen
| Jahr | VPI | Preisplus gegenüber 2020 | Aus 1.000 € werden |
|---|---|---|---|
| 2020 | 100,0 | 0,0 % | 1.000,00 € |
| 2021 | 103,1 | 3,1 % | 1.031,00 € |
| 2022 | 110,2 | 10,2 % | 1.102,00 € |
| 2023 | 116,7 | 16,7 % | 1.167,00 € |
| 2024 | 119,3 | 19,3 % | 1.193,00 € |
| 2025 | 121,9 | 21,9 % | 1.219,00 € |
Seit Januar 2020 ist ein anderer Vergleich
Im Januar 2020 lag der Monatsindex bei 99,8. Im September 2026 betrug er 126,6. Zwischen diesen beiden Monaten stieg das gemessene Preisniveau damit um rund 26,85 Prozent. Ein Betrag von 1.000 Euro zu den Preisen vom Januar 2020 entspricht rechnerisch 1.268,54 Euro im September 2026.
Hier stehen zwei konkrete Monate im Vergleich. Der Septemberindex steht deshalb nicht für das ganze Jahr 2026. Wenn du wissen möchtest „Was ist mein Geld seit meinem Vertragsbeginn wert?“, wähle die passenden Monate im Inflationsrechner. Die jüngsten veröffentlichten Raten findest du in der Inflationsübersicht.
Warum die Jahresraten nicht einfach addiert werden
Die veröffentlichten Jahresraten für 2021 bis 2025 lauten 3,1, 6,9, 5,9, 2,2 und 2,2 Prozent. Ihre Summe beträgt 20,3 Prozent. Diese Addition berücksichtigt jedoch nicht, dass jede Erhöhung auf dem schon veränderten Preisniveau des Vorjahres aufsetzt.
Für die kumulierte Inflation werden die Preisfaktoren multipliziert oder direkt zwei passende Indexstände geteilt. Mit den Indexständen ergibt sich hier 21,9 Prozent. Wer stattdessen die auf eine Nachkommastelle gerundeten Jahresraten multipliziert, kann eine kleine Rundungsabweichung erhalten. Die Jahresrate 2020 wird in diesen Vergleich nicht noch einmal eingerechnet: Das Preisniveau von 2020 ist bereits der Ausgangspunkt.
Die durchschnittliche jährliche Steigerung seit 2020
Zwischen den Jahresdurchschnitten 2020 und 2025 liegen fünf jährliche Veränderungsschritte. Die gleichmäßige Jahresrate, die insgesamt denselben Anstieg erzeugt, beträgt (1,219 hoch 1/5 − 1) × 100 = rund 4,04 Prozent. Sie fasst den Zeitraum rechnerisch zusammen, obwohl die tatsächlichen Jahresraten stark schwankten.
Die gesamte Steigerung von 21,9 Prozent einfach durch fünf zu teilen, ergibt dagegen 4,38 Prozent. Damit würde der jährliche Aufbau auf dem schon höheren Preisniveau übergangen. Die Durchschnittsrate ist ein Rückblick auf diesen Zeitraum und keine Annahme für kommende Jahre.
21,9 Prozent höhere Preise bedeuten 17,97 Prozent Kaufkraftverlust
Preissteigerung und Kaufkraftverlust haben unterschiedliche Bezugsgrößen. Steigt der Preis eines Warenkorbs von 1.000 auf 1.219 Euro, fehlen zum Kauf desselben Korbs 219 Euro. Ein unveränderter Betrag von 1.000 Euro reicht noch für 1.000 / 1.219 des ursprünglichen Umfangs.
Zu Preisen von 2020 entsprechen diese 1.000 Euro im Jahresdurchschnitt 2025 rund 820,34 Euro. Die Kaufkraft sank also um etwa 17,97 Prozent. Die Eurozahl hängt vom eingesetzten Betrag ab; der prozentuale Verlust ist für denselben Indexzeitraum gleich. Für 2.000 Euro ergeben sich beispielsweise rund 1.640,69 Euro Kaufkraft in Preisen von 2020.
Lebensmittel und Wohnen entwickelten sich unterschiedlich
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen 2025 im Jahresdurchschnitt 36,2 Prozent über 2020. Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 31,7 Prozent, die Hauptgruppe Verkehr um 27,1 Prozent. Die Gruppe Wohnung, Wasser und Energie lag um 17,5 Prozent höher. Post und Telekommunikation waren in dieser Abgrenzung dagegen 1,6 Prozent günstiger.
Diese Gruppenwerte dürfen nicht als Preise einzelner Produkte gelesen werden. Das Lebensmittelplus von 36,2 Prozent ist zum Beispiel keine Butterpreisreihe. Die Butterpreisentwicklung kann innerhalb desselben Zeitraums ganz anders verlaufen. Auch beim Wohnen bildet ein breiter Durchschnitt die neue Miete einer bestimmten Wohnung nicht einzeln ab.
Was ist seit 2020 teurer geworden?
Jahresdurchschnitt 2020 bis September 2026 · Veränderung der zwölf VPI-Hauptgruppen in Prozent.
Quelle: Destatis, Verbraucherpreisindex nach zwölf Hauptgruppen. September 2026, endgültig.
Der Gesamtindex gewichtet die Gruppen unterschiedlich. Persönliche Ausgabenanteile können davon abweichen.
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Welche Gehaltserhöhung seit 2020 nötig gewesen wäre
Bei einem Monatsnetto von 2.500 Euro im Jahr 2020 wären mit dem allgemeinen Jahresindex 2025 rechnerisch 3.047,50 Euro für dieselbe Kaufkraft erforderlich gewesen. Ein Anstieg auf 2.900 Euro entspricht zwar 16 Prozent mehr Netto, bleibt aber 147,50 Euro unter diesem Vergleichsbetrag.
Die reale Einkommensänderung ergibt sich aus 2.900 / 2.500 / 1,219 − 1, also ungefähr minus 4,84 Prozent. Das ist eine Kaufkraftrechnung mit dem Gesamtindex. Sie sagt noch nicht, wie viel Geld nach den eigenen Rechnungen übrig bleibt. Der Gehaltsrechner trennt diese Größen; für einen eigenen Ausgabenvergleich ist der persönliche Inflationsrechner passender.
Warum weniger Inflation das Preisniveau nicht zurücksetzt
Die Jahresrate 2025 betrug 2,2 Prozent. Auf die Preissteigerungen der Jahre davor kam also noch etwas hinzu. Wenn du deine eigenen Ausgaben mit 2020 vergleichst, prüfe auch, ob du heute mehr verbrauchst, in einer größeren Wohnung lebst oder eine andere Leistung bezahlst.
Einige Produkte können trotzdem günstiger werden. Erst ein allgemeiner anhaltender Rückgang des Preisniveaus wird als Deflation bezeichnet. Der Verbraucherpreisindex erklärt die Unterscheidung zwischen Niveau und Rate. Welche Ausgaben den Gesamtindex wie stark beeinflussen, zeigt die Aufschlüsselung des Warenkorbs.
Quellen zum Beitrag
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Jahreswerte, GENESIS 61111-0001
- Destatis: Gesamtindex und zwölf VPI-Abteilungen
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Monatswerte, GENESIS 61111-0002
- Destatis: Endgültige Verbraucherpreise im September 2026, veröffentlicht am 13. Oktober 2026
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Berechnung und Qualitätsbereinigung