Wahre Inflation in Deutschland
Von 2020 bis 2025 wuchs die Geldmenge M3 im Euroraum um 22,2 %. In unserer Rechnung teilen wir die Geldmenge durch die reale Wirtschaftsleistung. Je Einheit Wirtschaftsleistung stieg M3 in diesen Jahren um 7,6 %. Wie das seit 1999 aussieht, zeigt der Chart.
Wahre Inflation nach M2 und M3
Euroraum (M2 und M3) · Deutschland (VPI) · 1999–2025 · Gesamte Veränderung seit 1999 in Prozent.
Modell aus EZB-Geldmengen und realem BIP von Eurostat. Deutscher VPI separat: Destatis.
M2 und M3 im Jahresmittel geteilt durch das verkettete reale BIP des Euroraums. Annahme: Geld zirkuliert gleich schnell. Beide Modellkurven und der Vergleich beginnen 1999.
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Von 1999 bis 2025 stieg M2 je Einheit realer Wirtschaftsleistung um 167,3 % und M3 um 159,1 %. Der amtliche Verbraucherpreisindex für Deutschland stieg im selben Zeitraum um 63,6 %. Er ist die gestrichelte Vergleichslinie.
Wir vergleichen jedes Jahr mit dem Startjahr. Dafür teilen wir den Geldmengenfaktor durch den Faktor des realen BIP. Die Rechnung behandelt die Geldumlaufgeschwindigkeit als konstant. So entsteht ein Modell für den Euroraum. Welche Preise ein deutscher Haushalt tatsächlich zahlt, zeigen die Preisvergleiche weiter unten.
Seit 2020 zeigt sich der Unterschied besonders deutlich. Die Geldmenge M3 wuchs um 22,2 %. Nach Berücksichtigung der gewachsenen Wirtschaftsleistung blieben im Modell 7,6 %. Die amtlichen Verbraucherpreise stiegen in Deutschland im selben Zeitraum um 21,9 %.
Was wurde im eigenen Warenkorb teurer?
Für den Warenkorb rechnen wir mit Preisen für dieselben Mengen. Die blaue Linie enthält auch Lebensmittel. Das letzte vollständige Vergleichsjahr dafür ist 2024.
Der vollständige Korb kostete 797,12 Euro im Jahr 2017 und 1.004,14 Euro im Jahr 2024 pro Monat. Das sind 26,0 Prozent mehr. In dieser Grafik vergleichen die Linien jeweils ein Jahr mit seinem Vorjahr.
Monatskosten und gesamten Preisanstieg seit 2017 anzeigen
| Jahr | Warenkorb mit Einkauf | Änderung mit Einkauf | Miete, Strom und Tanken | Änderung ohne Einkauf | Amtlicher VPI seit 2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | 797,12 € | 0,0 % | 595,54 € | 0,0 % | 0,0 % |
| 2018 | 813,87 € | 2,1 % | 607,39 € | 2,0 % | 1,8 % |
| 2019 | 826,43 € | 3,7 % | 617,57 € | 3,7 % | 3,2 % |
| 2020 | 838,21 € | 5,2 % | 618,25 € | 3,8 % | 3,7 % |
| 2021 | 875,37 € | 9,8 % | 649,33 € | 9,0 % | 7,0 % |
| 2022 | 947,25 € | 18,8 % | 701,71 € | 17,8 % | 14,3 % |
| 2023 | 998,21 € | 25,2 % | 730,03 € | 22,6 % | 21,1 % |
| 2024 | 1.004,14 € | 26,0 % | 734,06 € | 23,3 % | 23,8 % |
| 2025 | – | – | 752,53 € | 26,4 % | 26,5 % |
Wahre Inflation im Jahresvergleich
Deutschland · Jahreswerte 2018–2025 · Jedes Jahr im Vergleich zum Vorjahr, in Prozent.
Eigene Rechnung aus GdW, AMI/GfK, StromAuskunft und ADAC. Amtlicher VPI: Destatis.
Pro Monat 70 m² Kaltmiete, 80 l Super E10 und Strom für 3.500 kWh im Jahr. Der volle Korb enthält je zwei Einheiten von 32 Lebensmitteln und endet 2024.
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40 Aldi-Produkte kosteten 15,73 Euro mehr
Aldi · vier Preisbeobachtungen 2022–2025 · Gesamtsumme in Euro.
Quelle: Foodwatch-Preisradar, Aldi-Preisliste 2022–2025.
Preise an ausgewählten Tagen. Foodwatch dokumentiert bei einzelnen Positionen Produkt- oder Markenwechsel.
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Der Einkauf aus der Foodwatch-Liste kostete 44,90 Euro im Februar 2022 und 60,63 Euro am 6. Oktober 2025. Das sind 35,0 Prozent mehr. Dazwischen lag die Summe bei 59,52 Euro im März 2023 und 59,00 Euro an den erfassten Tagen 2024.
Foodwatch dokumentiert bei einzelnen Positionen Wechsel von Marken oder Produkten. Der Vergleich gilt für die gewählten Produkte und Einkaufstage. Ein Beispiel daraus ist der Preis für 500 Gramm Kaffee bei Aldi.
Die vier Einkaufssummen mit Datum ansehen
| Erhebung | Gesamtsumme |
|---|---|
| Februar 2022 | 44,90 € |
| 9. März 2023 | 59,52 € |
| 1. Mai / 11. Dezember 2024 | 59,00 € |
| 6. Oktober 2025 | 60,63 € |
Was kosten Kaltmiete und Strom pro Monat?
Deutschland · 2017–2025 · Euro pro Monat · 70 m² Kaltmiete und 3.500 kWh Strom pro Jahr.
Quellen: GdW-Jahresstatistik und StromAuskunft.
GdW-Nettokaltmiete für 70 m². Stromkosten bei 3.500 kWh im Jahr durch zwölf geteilt, Grundpreis enthalten.
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Für 70 m² stieg die Kaltmiete in der GdW-Reihe von 394,80 € im Jahr 2017 auf 485,10 € im Jahr 2025. Strom für 3.500 kWh pro Jahr kostete in der erfassten Grundversorgung umgerechnet 92,98 € und später 132,39 € im Monat.
Der Vergleich verwendet in jedem Jahr dieselbe Wohnfläche und denselben Verbrauch. Die Mietwerte stammen von GdW-Mitgliedsunternehmen.
Wie viel teurer ist Strom seit 1998?
Deutschland · Jahreswerte 1998–2025 · Cent je Kilowattstunde. BDEW wechselt 2015 die Erhebung.
Quellen: BDEW (Dezember 2024 und Januar 2026), StromAuskunft (Grundversorgung).
Jahrespreise je kWh bei 3.500 kWh einschließlich Grundpreis. BDEW ab 2015: neu abschließbare Tarife. Grundversorgung nach StromAuskunft.
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2025 kostete eine Kilowattstunde in der Grundversorgung bei StromAuskunft 45,39 Cent. Der BDEW meldet 39,3 Cent für neu abschließbare Tarife. Für 3.500 kWh im Jahr liegen die Vergleichsbeträge rund 213 € auseinander.
Die historische BDEW-Reihe beginnt 1998 bei 17,11 Cent je kWh. Die Unterbrechung markiert den Wechsel der Erhebung ab 2015. Vergleichbare Preise für alle Posten des eigenen Warenkorbs liegen ab 2017 vor.
Warum kann dein Einkauf stärker steigen?
Deine Ausgaben zählen anders als im Durchschnitt. Wer einen großen Teil seines Geldes für Miete, Strom oder Lebensmittel ausgibt, spürt deren Preisänderungen stärker.
Für deinen Vergleich nimm dieselbe Menge und rechne in Euro. Im persönlichen Inflationsrechner kannst du deine Ausgaben aus zwei Jahren gegenüberstellen.
Wie berechnen wir die Wareninflation aus Preisen?
Wir multiplizieren jeden Preis mit der Menge und addieren die Monatskosten. Von 2020 bis 2024 stieg der komplette Beispielkorb von 838,21 Euro auf 1.004,14 Euro. 1.004,14 Euro geteilt durch 838,21 Euro, minus eins und mal 100, ergibt 19,8 Prozent.
Bei den 32 Lebensmitteln kostete je eine Einheit zusammen 109,98 Euro im Jahr 2020 und 135,04 Euro im Jahr 2024. Das sind 22,8 Prozent mehr für diesen Einkauf.
Woher kommen die Preise für den Haushaltskorb?
Die Kaltmieten stammen aus den tatsächlich gezahlten Mieten bei GdW-Wohnungsunternehmen. Für Strom nehmen wir Angebote in der Grundversorgung einschließlich Grundpreis und teilen die Jahreskosten durch zwölf. Dazu kommen die ADAC-Jahresmittel für Super E10 und die gezahlten Lebensmittelpreise aus dem AMI/GfK-Haushaltspanel.
Für den Einkauf passen 32 Positionen aus zwei Ausgaben des Agrarjahrbuchs zusammen. Die Mengen und Einheiten bleiben gleich. In der Stromreihe hat StromAuskunft August 2020 und Juli bis September 2021 interpoliert.
Monatskosten nach Ausgaben anzeigen
| Ausgabe | 2020 | 2024 | Preisänderung | Anteil 2020 |
|---|---|---|---|---|
| Vier-Posten-Warenkorb | 838,21 | 1.004,14 | 19,8 % | 100,0 % |
| Kaltmiete (GdW) | 418,60 | 464,10 | 10,9 % | 49,9 % |
| 32 Lebensmittel | 219,96 | 270,08 | 22,8 % | 26,2 % |
| Strom (Grundversorgung) | 99,25 | 130,84 | 31,8 % | 11,8 % |
| Super E10 | 100,40 | 139,12 | 38,6 % | 12,0 % |
Was ist Wareninflation?
Die Wareninflation, auch Warenpreisinflation genannt, misst, wie sich die Preise für Waren verändern. Dazu gehören Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsgeräte. Der Einkaufsvergleich oben zeigt die Preisänderung für 32 ausgewählte Lebensmittel.
Miete und Haarschnitte zählen zu den Dienstleistungen. Für die Kosten eines Haushalts sind sie trotzdem wichtig. Darum enthält der Beispielhaushalt auch die Kaltmiete.
Welche Lebensmittel stecken in der Rechnung?
Wir haben alle 32 Positionen aus Tabelle 231 der AMI/GfK-Reihe aufgenommen, für die von 2020 bis 2024 durchgehend ein Preis vorliegt. Die Auswahl reicht von Obst bis Fleisch. Bei Käfigeiern fehlt ein Wert. Im Haushaltskorb gehen monatlich je zwei der angegebenen Einheiten ein.
Alle 32 Lebensmittelpreise anzeigen
| Produkt | Einheit | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollkornbrot, geschn., SB | 500 g | 1,04 | 1,10 | 1,20 | 1,34 | 1,35 |
| Roggenmischbrot, ganz, Bed. | 1 kg | 3,18 | 3,19 | 3,21 | 4,19 | 4,37 |
| Weizenmehl, Type 405 | 1 kg | 0,67 | 0,65 | 0,81 | 0,93 | 0,86 |
| Kopfsalat | Stück | 1,02 | 1,13 | 1,13 | 1,22 | 1,21 |
| Salatgurken | Stück | 0,61 | 0,64 | 0,83 | 0,76 | 0,74 |
| Blumenkohl | Stück | 1,68 | 1,69 | 1,64 | 2,07 | 2,06 |
| Möhren, ohne Laub | 1 kg | 1,06 | 1,08 | 1,08 | 1,45 | 1,28 |
| Zwiebeln, 1-1,5 kg | 1 kg | 0,99 | 1,00 | 1,15 | 1,64 | 1,45 |
| Speisekartoffeln, 1-2,5 kg | 1 kg | 0,82 | 0,79 | 0,95 | 1,09 | 1,16 |
| Tomaten, rund | 1 kg | 2,12 | 2,29 | 2,54 | 2,62 | 2,33 |
| Äpfel, alle Sorten | 1 kg | 2,11 | 2,15 | 1,98 | 2,00 | 2,22 |
| Erdbeeren | 1 kg | 4,92 | 5,08 | 4,87 | 5,45 | 5,83 |
| Tafeltrauben, helle Sorten | 1 kg | 3,09 | 3,05 | 3,28 | 3,50 | 3,67 |
| Apfelsinen | 1 kg | 1,51 | 1,49 | 1,43 | 1,68 | 1,73 |
| Bananen | 1 kg | 1,17 | 1,16 | 1,23 | 1,37 | 1,34 |
| Zucker, Haushaltszucker | 1 kg | 0,76 | 0,78 | 0,92 | 1,46 | 1,27 |
| Frischmilch, ab 3,5 % Fett | 1l | 0,84 | 0,88 | 1,02 | 1,11 | 1,05 |
| Deutsche Markenbutter | 250 g | 1,35 | 1,43 | 2,05 | 1,53 | 1,91 |
| Joghurt, natur, mind. 3,5 % Fett | 4x150g | 0,68 | 0,69 | 0,84 | 1,02 | 0,96 |
| Speisequark, 0,1-0,3 % Fett | 500 g | 0,81 | 0,87 | 1,14 | 1,42 | 1,37 |
| Gouda jung, Bed. | 1 kg | 7,19 | 7,69 | 8,46 | 9,08 | 8,97 |
| Weichkäse, natur | 1 kg | 8,90 | 9,10 | 9,73 | 10,88 | 11,02 |
| Margarine | 500 g | 0,88 | 0,94 | 1,19 | 1,52 | 1,41 |
| Eier Boden Kl M 6-12 Pck. | 10 St | 1,37 | 1,56 | 1,94 | 2,01 | 2,01 |
| Eier Freiland Kl M 6-12 Pck. | 10 St | 1,96 | 2,16 | 2,42 | 2,52 | 2,53 |
| Rinderbraten | 1 kg | 9,68 | 10,10 | 11,21 | 11,88 | 12,73 |
| Schweinekotelett | 1 kg | 6,44 | 6,55 | 7,01 | 7,73 | 7,96 |
| Schweineschnitzel/Steak natur | 1 kg | 8,04 | 8,24 | 8,79 | 9,44 | 9,56 |
| Salami geschnitten | 1 kg | 13,60 | 13,80 | 14,79 | 15,60 | 15,60 |
| Fleischwurst, Gelb-, Lyoner | 1 kg | 6,75 | 6,82 | 7,62 | 7,95 | 7,80 |
| Kochschinken geschnitten | 1 kg | 12,20 | 12,32 | 13,15 | 13,56 | 13,20 |
| Brathähnchen, gefroren | 1 kg | 2,54 | 2,60 | 3,16 | 4,07 | 4,09 |
Was zeigt die Stromrechnung über Wareninflation?
Ein günstiger Neukundentarif kostete im Oktober 2026 rund 13 Prozent mehr als im Oktober 2025. Die Grundversorgung war im selben Vergleich rund 11 Prozent günstiger. Gegenüber Oktober 2020 lagen beide Tarife höher.
Die Tabelle verwendet die am 4. November 2026 dokumentierten Monatswerte von StromAuskunft für 3.500 kWh im Jahr. Grundpreis und Boni fließen in den effektiven Preis je Kilowattstunde ein. Die Zahlen zeigen die veröffentlichten Angebote. Was jemand im laufenden Vertrag bezahlt hat, steht auf der eigenen Rechnung.
Stromtarife im Vergleich anzeigen
| Tarif | Okt. 2020 | Okt. 2025 | Okt. 2026 | Zum Vorjahr | Seit Okt. 2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Günstigster Neukundentarif | 22,15 | 26,97 | 30,54 | 13,24 % | 37,88 % |
| Günstigster Ökostromtarif | 22,29 | 27,38 | 30,73 | 12,24 % | 37,86 % |
| Grundversorgung | 33,82 | 45,47 | 40,37 | -11,22 % | 19,37 % |
Welche Zahl passt zu deiner Frage?
Die Geldmengenrechnung oben zeigt, wie sich M2 und M3 je Einheit realer Wirtschaftsleistung entwickelt haben. Für deinen Einkauf zählt, was dieselben Produkte und Mengen in Euro kosten. Die beiden Rechnungen beantworten unterschiedliche Fragen.
Amtliche Wareninflation aktuell und im Jahr 2025
Bei Destatis lagen die Warenpreise im September 2026 um 3,8 % über dem Vorjahresmonat. Der amtliche Verbraucherpreisindex insgesamt stieg im selben Vergleich um 3,3 %. Die eigene Rechnung oben verwendet die Preisangaben zum Beispielwarenkorb.
Im Jahresdurchschnitt 2025 kosteten Waren laut Destatis 1,0 Prozent mehr als 2024. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2020 lag der Warenpreisindex 2025 um 26,1 Prozent höher. Die Inflationsrate für Deutschland zeigt weitere amtliche Monatswerte.
Wareninflation, Gesamtinflation und Kerninflation
Der Verbraucherpreisindex fasst Waren und Dienstleistungen zusammen. 2025 verteuerten sich Waren im Jahresdurchschnitt um 1,0 Prozent, Dienstleistungen um 3,5 Prozent. Zusammen ergab sich eine Gesamtinflation von 2,2 Prozent.
Die Kerninflation lässt in der üblichen deutschen Abgrenzung Nahrungsmittel und Energie weg. Dienstleistungen wie Mieten bleiben enthalten. Die Kernrate lag 2025 bei 2,8 Prozent. Wareninflation und Kerninflation unterscheiden sich also darin, welche Preise einfließen.
Warum wurde der Einkauf 2023 trotz sinkender Wareninflation teurer?
Die amtliche Wareninflation sank von 11,0 Prozent im Jahr 2022 auf 7,3 Prozent im Jahr 2023. Die Warenpreise stiegen weiter, nur langsamer. Erst eine negative Rate zeigt, dass die Warenpreise im Durchschnitt sinken.
Der von Foodwatch dokumentierte Einkauf lag im März 2023 bei 59,52 Euro, nach 44,90 Euro im Februar 2022. Für diese 40 Produkte waren das 32,6 Prozent mehr zwischen den beiden Stichtagen.
Wie stark stieg die Geldmenge seit 2020?
Von 2020 bis 2025 wuchs M3 im Euroraum um 22,2 %. Je Einheit realer Wirtschaftsleistung stieg M3 in unserer Rechnung um 7,6 %. In der Tabelle lässt sich die Rechnung für M2 und M3 nachlesen.
Berechnung mit M2 und M3 anzeigen
| Geldmenge | Wachstum der Geldmenge | Reales BIP | Faktorquotient |
|---|---|---|---|
| M2 | 15,85 % | 12,22 % | 3,23 % |
| M3 | 18,23 % | 12,22 % | 5,36 % |
Geldmenge M3 und Wirtschaftswachstum im Vergleich
2000–2025 · vollständige Jahre · Differenz in Prozentpunkten. Höchstwert 16,3 im Jahr 2020.
Eigene Rechnung aus Daten der EZB (M3 im Euroraum) und von Eurostat (reales BIP in Deutschland).
Wachstum der Geldmenge M3 von Dezember zu Dezember abzüglich des realen deutschen BIP-Wachstums im Kalenderjahr. BIP 2023–2025 vorläufig.
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Für jedes Jahr berechnen wir das Wachstum der Geldmenge M3 im Euroraum anhand der Dezemberstände des EZB-Index. Davon ziehen wir das Wachstum des realen deutschen Bruttoinlandsprodukts im selben Kalenderjahr ab. Den BIP-Wert entnehmen wir der Eurostat-Jahresreihe. Die Differenz geben wir in Prozentpunkten an.
2020 wuchs M3 um 12,3 Prozent, während das reale BIP in Deutschland um 4,0 Prozent schrumpfte. Das ergibt 16,3 Prozentpunkte Abstand. 2025 lagen die Werte mit 2,8 Prozent Geldmengenwachstum und 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum nur 2,6 Prozentpunkte auseinander.
Geldmenge und BIP beziehen sich hier auf unterschiedliche Wirtschaftsräume. Die Differenz zeigt, wie weit die beiden Wachstumsraten auseinanderliegen. Wie sich Verbraucherpreise entwickelt haben, zeigt der Preisvergleich für Deutschland. Die BIP-Werte für 2023 bis 2025 sind in der verwendeten Eurostat-Reihe vorläufig.
Wie rechnet man das Wachstum der Geldmenge gegen das BIP?
Teile die Geldmenge im Zieljahr durch die Geldmenge im Ausgangsjahr. Teile diesen Faktor anschließend durch den entsprechenden Faktor des realen BIP. Ziehe eins ab und multipliziere das Ergebnis mit 100. Für M2 und M3 gilt dieselbe Rechnung.
Bei fünf Prozent Geldmengenwachstum und zwei Prozent Wirtschaftswachstum beträgt die einfache Differenz drei Prozentpunkte. Die Rechnung mit den Wachstumsfaktoren ergibt 1,05 geteilt durch 1,02 minus eins, also rund 2,94 Prozent. Diesen Weg nimmt der Euroraum-Vergleich.
Pro Jahr verwenden wir zwölf Monatsendstände aus bereinigten EZB-Geldmengenindizes. Für das reale BIP verketten wir die gebietsbereinigten Eurostat-Wachstumsraten. So springt die Kurve bei einem Euro-Beitritt nicht allein deshalb, weil mehr Länder in der Reihe stehen. Geldmenge und Inflation
Wie sicher ist das gemeldete Wirtschaftswachstum?
Für das dritte Quartal 2026 meldete Destatis am 30. Oktober vorläufig 0,2 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorquartal. Die Zahl ist um Preise, Saison und Kalender bereinigt. Die Investitionen gingen in derselben Schätzung zurück. Eurostat übernimmt den deutschen Wert. Neun Tage zuvor war die Bundesbank von Stagnation ausgegangen.
Wie stark sich eine erste Schätzung ändern kann, zeigt 2024. Destatis meldete zunächst minus 0,2 Prozent. Im Januar 2026 waren es minus 0,5 Prozent, nach der Revision im August 2026 schließlich 0,0 Prozent. Für 2025 blieb es bei plus 0,2 Prozent.
Das IWH fand für Oktober 2026 anhand von Gerichtsbekanntmachungen 1.683 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. So kann das gesamtwirtschaftliche BIP leicht steigen, während mehr Firmen Insolvenz anmelden. Das BIP addiert die Wertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche.
Was verraten die Preise ab Werk?
Gewerbliche Erzeugerpreise lagen 2024 um 40,0 Prozent über dem Jahresdurchschnitt 2020. Der Index stieg von 91,2 auf 127,7. Er misst, was Hersteller für ihre Erzeugnisse verlangen. Bis die Ware im Laden steht, wirken weitere Kosten, Verträge und Handelsspannen auf den Verkaufspreis. Wer den Erzeugeranstieg auf den Ladenpreis aufschlägt, zählt bereits weitergegebene Kosten doppelt. Jahreswerte der Erzeugerpreise
Im September 2026 lagen die gewerblichen Erzeugerpreise 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Energie verteuerte sich auf dieser Stufe um 14,9 Prozent.
Der Produktionsindex misst, wie viel produziert wurde. Im August 2026 lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach erster Meldung saison- und kalenderbereinigt 2,0 Prozent über Juli.
Was passiert, wenn Destatis die Gewichte ändert?
Mit denselben zwölf amtlichen Teilindizes steigt der Modellkorb zwischen 2020 und 2024 mit den alten Gewichten von 2015 um 18,75 Prozent. Mit den Gewichten von 2020 sind es 19,34 Prozent, also 0,59 Prozentpunkte mehr. Das Gewicht für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke stieg von 9,685 auf 11,904 Prozent. Wohnen, Wasser und Haushaltsenergie fielen von 32,470 auf 25,925 Prozent.
Bei der Revision der Rate für 2022 sank der veröffentlichte Wert dagegen von 7,9 auf 6,9 Prozent. Destatis führt minus 1,04 Prozentpunkte auf die neuen Gütergewichte samt neuer Datenbasis zurück. Die Gewichtung auf Basis 2025 ist für 2028 geplant. Die Liste der erhobenen Produkte und Dienstleistungen wurde bereits 2025 umgestellt.
Was zählt im Inflationswarenkorb wie stark?
Wägungsschemata 2015 und 2020 · Anteile der zwölf Hauptgruppen in Prozent.
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
Alkoholische Getränke und Tabakwaren
Bekleidung und Schuhe
Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe
Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör
Gesundheit
Verkehr
Post und Telekommunikation
Freizeit, Unterhaltung und Kultur
Bildungswesen
Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen
Andere Waren und Dienstleistungen
Quelle: Destatis und Bundesregierung, Wägungsschemata 2015 und 2020.
Für den deutschen VPI gilt 2025 und 2026 weiterhin das Wägungsschema 2020. Die Anteile beschreiben Gewichte, keine Preissteigerungen. Beide Schemata ergeben 100 Prozent.
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Warum kann der Kassenpreis stärker steigen als der Index?
Kostet ein neues Modell mehr und bietet zugleich mehr Ausstattung, versucht die Preisstatistik, beides auseinanderzuhalten. In der Statistik fällt der Preisanstieg dadurch womöglich kleiner aus als der zusätzliche Betrag, den du im Laden zahlst.
Im Laden zahlst du den Aufpreis auch dann, wenn du die neue Funktion kaum nutzt. Vergleiche beim Nachrechnen deshalb das Modell und den Preis. So kannst du einen Modellwechsel von einer Preisänderung beim gleichen Produkt unterscheiden.
Wie viel teurer wird eine kleinere Packung?
Zwei Euro für 250 Gramm sind 8 Euro je Kilo. Enthält die Packung zum gleichen Preis nur noch 200 Gramm, sind es 10 Euro je Kilo. Für dieselbe Menge zahlst du 25 Prozent mehr.
Auch die amtliche Preisstatistik erfasst kleinere Packungsinhalte bei gleichem Preis als Preiserhöhung. Wer Schrumpfflation beim Einkauf selbst prüfen will, schaut auf den alten und neuen Grundpreis.
Warum kann Wohnen teurer werden als der Mietindex?
Ein Mietindex bündelt unterschiedliche Mietverträge. Nach einem Umzug kann deine neue Miete deshalb stärker steigen als der Durchschnitt. Der nationale Verbraucherpreisindex berücksichtigt auch die Wohnleistung im selbst genutzten Eigentum.
Wer ein Haus kaufen möchte, muss Kaufpreis, Zins und weitere Ausgaben stemmen. Wie sich die Kaufpreise entwickeln und wie sie sich zu Mieten und Einkommen verhalten, zeigt der Immobilienpreisvergleich. Dort geht es um den Erwerb. In der laufenden Konsuminflation stehen die Kosten des Wohnens.
Grafiken für eigene Artikel
Die Grafik zur M2- und M3-Rechnung gibt es als PNG und zum Einbetten.
Den Warenkorb im Jahresvergleich, den Strompreisvergleich seit 1998 und die Rechnung zu Geldmenge und BIP gibt es als PNG und zum Einbetten.
Bis zu welchem Jahr reichen die Daten?
Die M2- und M3-Reihe oben endet mit dem letzten gemeinsamen vollständigen Jahr 2025.
Der Warenkorb mit Lebensmitteln reicht von 2017 bis 2024. Miete, Strom und Tanken sowie der amtliche Vergleich reichen bis 2025. Der Strompreisvergleich nach BDEW beginnt 1998.
Die Grafik zu M3 und BIP verwendet abgeschlossene Kalenderjahre. Die Quellen und Verfahren stehen unter Daten und Methodik.
Quellen zum Beitrag
- Destatis: Persönliche Teuerung und Ausgabengewichte
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Warenkorb, Mengen und Qualität
- Destatis: Qualitätsbereinigung in der amtlichen Preisstatistik
- Antwort der Bundesregierung: VPI-Methodik und Wägungsschema, Drucksache 21/7461
- Destatis: Aktueller nationaler Verbraucherpreisindex und Gewichtung
- Destatis: Verbraucherpreise 2025 und Berücksichtigung selbst genutzten Wohneigentums
- EZB, Geldmenge M2 im Euroraum
- Eurostat, reales BIP des Euroraums
- Destatis, deutscher Verbraucherpreisindex zum Vergleich
- Foodwatch-Preisradar, Aldi-Preisliste 2022–2025
- Haus & Grund mit empirica-Angebotsmieten, Seite 19
- BDEW Dezember 2024, Folie 22
- BDEW Januar 2026, Folie 6
- GdW-Jahresstatistik, tatsächlich gezahlte Nettokaltmieten, Folie 18
- AMI/GfK, 32 Lebensmittelpositionen, Tabelle 231, Seite 226
- ADAC, Jahresmittel der Literpreise
- AMI: Datengrundlage der Lebensmittelpreise
- GdW-Jahresstatistik 2019, Nettokaltmieten 2010 bis 2019
- AMI/GfK, Lebensmittelpreise 2017 bis 2019, Tabelle 231 auf Seite 226
- Destatis: Verbraucherpreisindex nach Sondergliederungen, Waren und Dienstleistungen
- Eurostat, reales BIP nach Ländern und Euroraum
- Eurostat: Reales BIP-Wachstum Deutschlands
- Destatis, erste BIP-Schätzung für das dritte Quartal 2026
- Eurostat, Schnellschätzung für das dritte Quartal 2026
- Bundesbank, Konjunkturlage vom Oktober 2026
- Destatis, Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im August 2026
- IWH, Insolvenztrend Oktober 2026
- Destatis: Produktionsindex für die Gesamtwirtschaft
- Destatis: Meldung zur Produktion im August 2026
- Destatis, Auswirkung der neuen Gütergewichte, WISTA 4/2023, S. 23
- Destatis, Erhebungskatalog und Basisjahr 2025