inflations-rechner.com
Menü

Schrumpfflation: Wie viel teurer wird die kleinere Packung?

Eine Packung kostet weiter 4 Euro, enthält aber statt 500 nur noch 400 Gramm. Der Kassenpreis bleibt gleich. Für dieselbe Menge zahlst du jetzt 25 Prozent mehr. Diese Form der Preissteigerung heißt Schrumpfflation. Ein Blick auf den Grundpreis macht sie sichtbar.

Was Schrumpfflation bedeutet

Bei Schrumpfflation steckt weniger in der Packung, ohne dass der Preis entsprechend sinkt. Das gibt es bei Lebensmitteln ebenso wie bei Waschmitteln. Auch wenn die Verpackung gleich aussieht, kann sich die Füllmenge geändert haben.

Sinken Füllmenge und Preis beide um 20 Prozent, kostet das Produkt je Kilogramm genauso viel wie vorher. Bleibt der Packungspreis gleich, zahlst du für dieselbe Menge mehr.

500 statt 400 Gramm: warum das 25 Prozent mehr kostet

Das folgende Beispiel ist eine Rechnung mit angenommenen Preisen. Früher kosten 500 Gramm 4 Euro. Das entspricht 8 Euro je Kilogramm. Später kosten 400 Gramm ebenfalls 4 Euro. Der neue Kilopreis beträgt 10 Euro. Gegenüber den bisherigen 8 Euro sind das 2 Euro oder 25 Prozent mehr.

Die Füllmenge ist um 100 von 500 Gramm gesunken, also um 20 Prozent. Der Grundpreis steigt dennoch um 25 Prozent, weil beim Preisvergleich die frühere Menge beziehungsweise der frühere Grundpreis die Ausgangsbasis bildet. Die Prozentwerte sind deshalb verschieden. Wer weiterhin ein Kilogramm braucht, zahlt im Beispiel 10 statt 8 Euro.

Die Preissteigerung mit Preis und Menge berechnen

Der Grundpreis ist Packungspreis geteilt durch die enthaltene Menge. Für Kilopreise wird eine Grammangabe zunächst durch 1.000 geteilt. Die anschließende Rechnung lautet: Preissteigerung in Prozent = ((neuer Preis ÷ neue Menge) ÷ (alter Preis ÷ alte Menge) − 1) × 100.

Beide Mengen müssen in derselben Einheit stehen. Du kannst für das Verhältnis auch zweimal Gramm verwenden; für einen anschaulichen Kilopreis brauchst du Kilogramm. Der Rechenweg für Preissteigerungen erklärt die Prozentänderung. Sobald sich zusätzlich die Packungsgröße ändert, ist vorher die Umrechnung auf eine einheitliche Menge nötig.

Wenn der Preis steigt und der Inhalt zugleich schrumpft

Angenommen, eine Packung mit 500 Gramm kostet zuerst 2,49 Euro. Später kosten 450 Gramm 2,69 Euro. Der frühere Kilopreis liegt bei 4,98 Euro, der spätere bei rund 5,98 Euro. Der vergleichbare Grundpreis steigt damit um rund 20,0 Prozent. Am Packungspreis allein wäre lediglich ein Anstieg um rund 8,0 Prozent zu erkennen.

Die Mengenverkleinerung kommt hier zur sichtbaren Preisänderung hinzu. Für deine Rechnung brauchst du alle vier Werte: alten Preis, alte Menge, neuen Preis und neue Menge. Die beiden Prozentsätze einfach zu addieren wäre ungenau. Rechne mit den ungerundeten Grundpreisen und runde erst das Ergebnis; sonst können bei kleinen Beträgen vermeidbare Abweichungen entstehen.

Was sich auf Packung und Einkaufsbeleg prüfen lässt

Notiere Produktname und Füllmenge. Auf dem Kassenbon steht meist der Preis, aber oft fehlt die Grammzahl. Dann hilft ein Foto der alten Packung oder ein alter Preiszettel. Die frühere Menge brauchst du für die Rechnung.

Vergleiche möglichst dasselbe Produkt bei gleicher Qualität. Ein Angebotspreis, ein anderer Händler oder der Wechsel von einer Großpackung zu einer kleinen Portion können den Grundpreis ebenfalls verändern. Diese Unterschiede sind für den Einkauf relevant, beweisen aber keine heimliche Änderung einer unveränderten Packung. Bei Waschmitteln kann außerdem die empfohlene Dosierung wichtig sein: Weniger Flüssigkeit bedeutet nicht automatisch weniger Waschladungen.

Wird Schrumpfflation in der Inflationsrate erfasst?

Die amtliche Preisstatistik berücksichtigt Mengenänderungen. Nach der Destatis-Methodik wird eine kleinere Verpackungsmenge bei gleicher Qualität und gleichem Preis als Preiserhöhung behandelt. Eine konstante Zahl auf dem Preisschild lässt die Verkleinerung daher nicht grundsätzlich aus dem Verbraucherpreisindex verschwinden.

Daraus folgt keine vollständige Überwachung jeder einzelnen Packung im Handel. Der Verbraucherpreisindex fasst eine statistisch erhobene Auswahl und verschiedene Güterarten zusammen. Eine korrekt erfasste Mengenänderung beeinflusst den Gesamtindex entsprechend dem Gewicht des betroffenen Bereichs. Die Preissteigerung einer einzelnen Packung ist deshalb nicht die Inflationsrate aller Haushalte.

Mengenänderung und Qualitätsänderung auseinanderhalten

Bei gleicher Zusammensetzung und Qualität lässt sich die Mengenänderung unmittelbar über den Grundpreis vergleichen. Ändern sich zugleich Zutaten, Konzentration oder Eigenschaften, beantwortet ein reiner Kilopreis nicht jede Frage. Ein Kilogramm eines anderen Produkts muss für den Haushalt nicht denselben Nutzen haben.

Die amtliche Statistik trennt Änderungen der Menge von Änderungen der Qualität. Notiere für deinen Vergleich, was sich am Produkt verändert hat, wie viel du davon brauchst und was du dafür zahlst. Eine schlechtere Rezeptur kann ein Grund zur Kritik sein. Einen zusätzlichen Prozentsatz für die Teuerung kannst du erst angeben, wenn du den Qualitätsunterschied beziffern kannst.

Was die kleinere Packung für den eigenen Einkauf bedeutet

Bleibt dein Verbrauch gleich, brauchst du von kleineren Packungen auf Dauer mehr. Im Beispiel mit 4 Euro für 500 beziehungsweise 400 Gramm kostet ein monatlicher Bedarf von 2 Kilogramm rechnerisch zuerst 16 Euro und später 20 Euro. Das sind 4 Euro mehr. Einzelne Einkaufstermine können abweichen, weil angebrochene Packungen in den nächsten Monat reichen.

Im persönlichen Inflationsrechner sollten für einen Preisvergleich dieselben Mengen und Leistungen gegenüberstehen. Wenn du wegen der Verteuerung weniger kaufst, bleibt deine tatsächliche Ausgabe vielleicht gleich. Dein Verbrauch ist dann gesunken. Der unveränderte Kassenbon beweist somit keinen gleichbleibenden Preis und auch keinen unveränderten Lebensstandard.

Was sich aus einem Beispiel ableiten lässt

Ein sauberer Vergleich zeigt eine konkrete Preissteigerung bei einem bestimmten Produkt. Für eine allgemeine Aussage über den gesamten Supermarkteinkauf bräuchtest du weitere vergleichbare Produkte und die jeweiligen Ausgabenanteile. Zehn auffällige Packungen ergeben nicht automatisch eine repräsentative Inflationsrate.

Für den nächsten Einkauf reicht häufig eine kleinere Aufgabe: den Grundpreis der bisherigen und einer passenden Alternative vergleichen. Die Übersicht zur Entwicklung der Lebensmittelpreise ordnet den breiteren Verlauf ein. Die eigene Rechnung zeigt dagegen, wie sich ein belegter Preis- und Mengenwechsel auf deinen Bedarf auswirkt.

Quellen zum Beitrag