inflations-rechner.com
Menü

Entwicklung der Lebensmittelpreise

Lebensmittel und alkoholfreie Getränke kosteten 2025 im Schnitt gut doppelt so viel wie 1991. Allein seit 2020 wurden sie um 36,2 Prozent teurer. Im selben Fünfjahreszeitraum stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 21,9 Prozent.

Wie viel teurer Lebensmittel seit 1991 wurden

Deutschland · Jahresdurchschnitte 1991–2025 · Verbraucherpreisindex. Jahresdurchschnitt 2020 = 100.

Lebensmittel und alkoholfreie Getränke136,2 Punkte2025Verbraucherpreise insgesamt121,9 Punkte2025
Wie viel teurer Lebensmittel seit 1991 wurdenDeutschland · Jahresdurchschnitte 1991–2025. Verbraucherpreisindex. Jahresdurchschnitt 2020 = 100.608010012014019912000201020202025

Quelle: Destatis, GENESIS 61111-0005 und 61111-0001.

Beide Reihen zeigen Jahresdurchschnitte. Der Gesamtindex erfasst Waren und Dienstleistungen.

inflations-rechner.com

Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich von 1991 bis 2025 um 109,5 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen um 96,9 Prozent. Besonders ab 2022 ging die Kurve für Lebensmittel deutlich nach oben.

Was ausgewählte Produkte in Euro kosteten, zeigt der Vergleich mit 32 Lebensmitteln. Die Preisreihen zu Butter und Kaffee zeigen, wie einzelne Produkte davon abweichen können.

Die Jahreswerte ab 2020 ansehen
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, Deutschland, Jahresdurchschnitte 2020–2025. Veränderungsraten aus den veröffentlichten gerundeten Indizes berechnet.
JahrIndex 2020 = 100Zum Vorjahr
2020100,0–
2021103,13,1 %
2022116,012,5 %
2023130,312,3 %
2024132,81,9 %
2025136,22,6 %

Aus 100 Euro werden rechnerisch 136,20 Euro

Hätte sich derselbe Einkauf genau so verteuert wie die amtliche Gruppe, wären aus 100 Euro im Jahr 2020 im Jahr 2025 136,20 Euro geworden. Für einen Einkauf im Wert von 300 Euro wären es 408,60 Euro. Die Beträge ergeben sich aus dem Index.

Ein Haushalt kann ganz andere Ergebnisse haben. Wer andere Mengen, Marken oder Produkte kauft, verändert den Warenkorb. Auch eine größere Familie oder häufigeres Essen zu Hause kann die Lebensmittelrechnung erhöhen. Eine höhere Gesamtausgabe ist deshalb noch kein ausreichender Nachweis für dieselbe prozentuale Preissteigerung.

Lebensmittelpreise 2026: genau auf die Gütergruppe achten

Für September 2026 meldete Destatis bei Nahrungsmitteln ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber September 2025. Das ist der engere Nahrungsmittelbereich. Die breitere Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ enthält zusätzlich etwa Kaffee und andere Getränke. Ihre Indexwerte dürfen nicht ohne Kennzeichnung mit einer Rate nur für Nahrungsmittel verglichen werden.

In der breiten Gruppe beträgt der Index im September 2026 137,2, im September 2025 waren es 136,8. Daraus ergibt sich aus den gerundeten Werten ein Anstieg um rund 0,3 Prozent. Ein kleiner Unterschied zwischen solchen Angaben kann daher aus der Abgrenzung entstehen, nicht aus einem Rechenfehler.

Warum der Butterpreis anders verlaufen kann als der ganze Einkauf

Butter war im September 2026 nach amtlicher Messung 29,5 Prozent günstiger als im September 2025. Gleichzeitig waren beispielsweise Eier und frisches Gemüse teurer. Ein großer Preisrückgang bei Butter bedeutet deshalb nicht, dass die Lebensmittelrechnung insgesamt um diesen Prozentsatz sinkt.

Der Ausgangspunkt verändert die Aussage. Ein Rückgang nach einem besonders hohen Vorjahrespreis kann mit einem weiterhin hohen Niveau gegenüber einem früheren Jahr zusammenfallen. Wer die Butterpreisentwicklung seit 2020 wissen will, braucht dafür zwei passende Indexstände oder vergleichbare Grundpreise. Die Veränderung nur des letzten Jahres beantwortet diese längere Frage nicht.

Kaffeepreise: Rohstoff und Ladenpreis nicht gleichsetzen

Bei Bohnenkaffee lagen die Verbraucherpreise im April 2025 um 12,2 Prozent über April 2024. Die Einfuhrpreise für ungeröstete Kaffeebohnen stiegen im selben Vergleich dagegen um 53,1 Prozent. Das sind zwei Stufen derselben Wertschöpfungskette, aber keine identischen Preisgrößen.

Der Ladenpreis enthält zusätzlich Röstung, Verpackung, Transport und Handel. Rohstoffkosten können daher nicht einfach mit demselben Prozentsatz auf den Preis jeder Packung übertragen werden. Für den Kaffee im eigenen Einkaufswagen zählen am Ende der Grundpreis und dasselbe Produkt. Ganze Bohnen, gemahlener Kaffee und andere Kaffeeprodukte sollten in einer historischen Statistik außerdem nicht ungekennzeichnet vermischt werden.

Warum Lebensmittelpreise steigen können

Landwirtschaft und Verarbeitung benötigen Energie, Dünger, Futter, Personal und Transport. Eine schlechte Ernte kann das Angebot eines Produkts verknappen. Höhere Kosten können entlang der Kette weitergegeben werden. Wie stark und wie schnell das geschieht, hängt unter anderem von Verträgen, Lagerbeständen und der Nachfrage ab.

Im September 2026 verteuerte sich Energie in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich stärker als Nahrungsmittel. Ob sich höhere Energiekosten mit Verzögerung im Ladenpreis zeigen und wie stark, müsste man für das einzelne Produkt untersuchen.

Warum billigere Rohstoffe nicht sofort billigere Lebensmittel ergeben

Der Preis eines Rohstoffs ist nur ein Bestandteil des Endprodukts. Ein Brotpreis enthält außer Getreide beispielsweise Arbeitszeit, Ofenenergie, Miete und Vertrieb. Selbst wenn ein Kostenbestandteil sinkt, können andere gestiegen sein. Ein bestehender Liefervertrag kann außerdem einen anderen Preis festlegen als der gerade beobachtete Marktpreis.

Das erklärt mögliche Unterschiede, rechtfertigt aber nicht automatisch jede Preisentscheidung. Für eine Prüfung von Kostenweitergabe oder erhöhten Gewinnspannen braucht man Informationen über Beschaffung, weitere Kosten, Absatzpreise und Mengen. Aus der Abweichung zweier Preisindizes allein lässt sich ein bestimmter Mitnahmeeffekt weder beziffern noch ausschließen.

Schrumpfflation: kleinerer Inhalt bei gleichem Packungspreis

Ein angenommenes Beispiel: Eine Packung kostet vorher und nachher 2 Euro. Ihr Inhalt sinkt von 250 auf 200 Gramm. Der Kilopreis steigt von 8 auf 10 Euro. Obwohl der Packungspreis unverändert bleibt, kostet dieselbe Menge damit 25 Prozent mehr.

Für diesen Vergleich wird der Inhalt auf dieselbe Einheit gebracht: Preis geteilt durch Gramm, anschließend auf ein Kilogramm hochgerechnet. Bei Flüssigkeiten gilt entsprechend der Literpreis. Auch die amtliche Preisbeobachtung berücksichtigt Mengenänderungen. Ein unveränderter Preis auf dem Etikett ist deshalb kein Grund, die kleinere Packung als unveränderten Preis derselben Menge zu behandeln.

Welche Preise auf zwei Einkaufsbelegen vergleichbar sind

Vergleiche auf beiden Belegen denselben Artikel und notiere Datum, Packungsgröße und tatsächlich bezahlten Preis. Markiere Sonderangebote. Wechselst du die Marke oder Qualität, ändert sich zugleich das Produkt, dessen Preis du vergleichst.

Für einen eigenen Lebensmittelpreisvergleich werden feste Mengen festgelegt, etwa eine bestimmte Zahl Kilogramm oder Liter im Monat. Diese Mengen werden jeweils mit den damaligen und späteren vergleichbaren Grundpreisen bewertet. Erst die Summe dieser beiden gleich zusammengesetzten Warenkörbe zeigt die persönliche Verteuerung. Ein einzelner besonders auffälliger Artikel steht nicht für den gesamten Einkauf.

Was Lebensmittel für die persönliche Inflation ausmachen

Im VPI-Wägungsschema 2020 entfallen 11,904 Prozent auf Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Der eigene Anteil kann höher oder niedriger liegen. Die Lebensmittelrate ist daher weder die gesamte amtliche Inflation noch automatisch die Inflationsrate eines einzelnen Haushalts.

Angenommen, ein Haushalt gibt von 2.000 Euro erfassten Monatskosten 300 Euro für Lebensmittel aus. Das sind 15 Prozent. Verteuern sich nur diese Lebensmittel bei gleichen Mengen um 10 Prozent, steigen die gesamten erfassten Kosten um 30 Euro oder 1,5 Prozent. Der hohe Einzelanstieg und die Veränderung des gesamten Warenkorbs sind beide richtig, beantworten aber verschiedene Fragen.

Was eine langsamere Teuerung für das Budget bedeutet

Nach 36,2 Prozent Preisanstieg reicht dasselbe Geld noch für rund 73,4 Prozent der ursprünglichen Menge. Für diesen Warenkorb entspricht das etwa 26,6 Prozent Kaufkraftverlust. Wenn der Anstieg später nachlässt, bleibt der frühere Preisunterschied bestehen.

Ob das verfügbare Einkommen damit Schritt hält, ist eine zusätzliche Frage. Eine Lohnerhöhung von 5 Prozent gleicht nicht automatisch die seit 2020 aufgelaufene Verteuerung aus; auch das Einkommen muss vom gleichen Startzeitpunkt betrachtet werden. Im persönlichen Rechner werden deshalb die gesamten vergleichbaren Ausgaben gegenübergestellt, im Gehaltsrechner das dazu passende Netto.

Quellen zum Beitrag