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Inflationsprognose für Deutschland: 2026 und 2027

Für Deutschland erwartet die Bundesregierung im Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflation von 2,7 Prozent. Die Wirtschaftsforschungsinstitute kamen in ihrer Herbstdiagnose auf 2,8 Prozent. Für 2027 lauten ihre Prognosen 3,0 beziehungsweise 3,2 Prozent.

Wie sich die Inflation laut Herbstprognosen entwickelt

Deutschland · Jahresraten 2024–2028 · Gemessene Werte bis 2025 · Prognosen ab 2026.

Destatis · gemessen+2,2 %2025Bundesregierung · Prognose+2,7 %2026Gemeinschaftsdiagnose · Prognose+2,8 %2026
Wie sich die Inflation laut Herbstprognosen entwickeltDeutschland · Jahresraten 2024–2028. Gemessene Werte bis 2025 · Prognosen ab 2026.0123420242025202620272028

Quellen: Destatis. Herbstprojektion der Bundesregierung vom 8.10.2026. Gemeinschaftsdiagnose vom 24.9.2026.

Preisänderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent, jeweils nationaler VPI. Die gestrichelten Linien zeigen Prognosen.

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Für 2028 erwartet die Bundesregierung 2,2 Prozent Teuerung, die Gemeinschaftsdiagnose 2,0 Prozent. Beide Prognosen beziehen sich auf den deutschen Verbraucherpreisindex und vergleichen Jahresdurchschnitte.

Die Bundesbank verwendet in ihrer Juni-Prognose den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Ihre Werte stehen zum Vergleich in der Tabelle. Die gemessene Inflationsrate veröffentlicht Destatis monatlich.

Prognosen mit Veröffentlichungsdaten anzeigen
Prognosen für Deutschland. Veränderung zum Vorjahr im Jahresdurchschnitt.
HerausgeberVeröffentlichtIndex202620272028
Bundesregierung, Herbstprojektion08.10.2026VPI2,7 %3,0 %2,2 %
Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute24.09.2026VPI2,8 %3,2 %2,0 %
Deutsche Bundesbank, Deutschland-Prognose12.06.2026HVPI2,9 %2,7 %1,9 %

Warum VPI und HVPI nicht dieselbe Zahl liefern müssen

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex ist für den Vergleich zwischen europäischen Ländern gedacht. Er grenzt Ausgaben anders ab und gewichtet sie anders als der nationale VPI. Wenn die Bundesbank in ihrer Deutschland-Prognose den HVPI nennt, bezieht sich die Zahl trotzdem auf Deutschland.

Der Hauptrechner dieser Seite verwendet dagegen den nationalen VPI für historische deutsche Kaufkraftvergleiche. Eine HVPI-Prognose kann deshalb nicht als angeblich amtlicher zukünftiger VPI-Monatsindex an diese Reihe angehängt werden. Wenn du zwei Ausblicke vergleichst, prüfe zuerst die Indexbezeichnung und danach die Zahlen. Mehr zu den Unterschieden und zur Bedeutung eines Indexstands steht im Artikel zum Verbraucherpreisindex.

Ist die Inflation 2026 nicht schon bekannt?

Die jüngste Monatsmeldung für Oktober 2026 nennt 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat (vorläufig). Für den gemessenen Jahresdurchschnitt 2026 brauchen wir alle zwölf Monatsindizes. Bis dahin gibt es für das gesamte Jahr nur Prognosen.

Auch wenn bereits viele Monate veröffentlicht wurden, bleiben die noch ausstehenden Monate Teil der Prognose. Für 2027 gilt das erst recht. Ebenso ist eine vorläufige Monatsmeldung noch kein endgültiger Indexstand, mit dem jede historische Kaufkraftrechnung abgeschlossen werden kann. In der Übersicht zur Inflationsrate in Deutschland stehen gemessene Monats- und Jahreswerte getrennt von diesem Ausblick.

Wovon die Erwartungen abhängen

Die Bundesbank begründet ihren Juni-Ausblick unter anderem mit einem Energiepreisschock und dessen verzögerter Weitergabe an die Verbraucherpreise. In ihrem weiteren Prognoseverlauf unterstellt sie wieder nachgebende Ölpreise. Die Regierungsveröffentlichung im Oktober nennt gestiegene Energiepreise ebenfalls als Belastung. Solche Annahmen sind Teil des jeweiligen Ausblicks, keine bereits feststehenden zukünftigen Preise.

Wenn sich eine Annahme ändert, kann die nächste Prognose höher oder niedriger ausfallen. Die bisher gemessenen Preise können dabei unverändert bleiben. Halte deshalb fest, von wann eine Prognose stammt und welche Annahmen dazugehören.

Was die Regierungsprognose rechnerisch für 1.000 Euro bedeutet

Als Beispiel nehmen wir einen Warenkorb, der im Jahresdurchschnitt 2025 genau 1.000 Euro kostet und sich anschließend wie der prognostizierte VPI entwickelt. Mit 2,7 Prozent für 2026 wären dafür im Jahresdurchschnitt 2026 rechnerisch 1.027 Euro nötig. Bei weiteren drei Prozent im Jahr 2027 wären es 1.027 × 1,03 = 1.057,81 Euro.

Das sind zusammen 5,781 Prozent Preissteigerung gegenüber dem Ausgangspunkt. Die Raten werden multipliziert, nicht einfach addiert. Der Zeitpunkt ist wichtig: Hier werden Jahresdurchschnitte übertragen, keine Preise an einem bestimmten Januartag vorhergesagt. Der Beispielwarenkorb muss sich auch nicht genauso entwickeln wie deine tatsächlichen Ausgaben. Eine andere Zusammensetzung kann zu einem anderen persönlichen Ergebnis führen.

Modellrechnung mit den VPI-Raten der Herbstprojektion 2026; Ausgangswarenkorb 1.000 Euro im Jahresdurchschnitt 2025.
ZeitraumRechnerischer Betrag für gleiche Kaufkraft
2025, Ausgangswert1.000,00 €
2026, angenommene 2,7 %1.027,00 €
2027, weitere angenommene 3,0 %1.057,81 €

Eine Planung braucht mehr als einen scheinbar sicheren Wert

Für eine eigene Rechnung kannst du mehrere ausdrücklich angenommene Raten verwenden. Bei einem unveränderten Ausgangsbetrag von 1.000 Euro wären nach einem Jahr mit zwei Prozent Preissteigerung 1.020 Euro nötig, bei drei Prozent 1.030 Euro und bei vier Prozent 1.040 Euro. Diese Beispiele sind weder zusätzliche amtliche Prognosen noch ein statistisch berechnetes Unsicherheitsband.

Im Inflationsrechner siehst du, wie sich andere Annahmen auf die künftige Kaufkraft auswirken. Für einen vergangenen Zeitraum kannst du dort mit den veröffentlichten Preisindizes rechnen.

Sinkende Inflation heißt nicht automatisch sinkende Preise

Eine niedrigere positive Jahresrate bedeutet, dass das Preisniveau langsamer wächst. Sie nimmt frühere Preissteigerungen nicht zurück. Selbst wenn eine spätere Prognose wieder zwei Prozent statt drei Prozent erwartet, bleiben zusätzliche Ausgaben gegenüber einem früheren Jahr möglich. Zum Rückgang des allgemeinen Preisniveaus müsste die Preisänderung negativ werden.

Dieser Unterschied ist für die Deutung der Prognosen wichtiger als eine einzelne Nachkommastelle. Der Artikel zur Deflation erklärt allgemein fallende Preise. Wenn du wissen möchtest, welche Preissteigerungen bereits aufgelaufen sind, hilft der Rückblick Inflation seit 2020. Vergangener Verlust, erwartete weitere Teuerung und eine spätere Entlastung sind drei unterschiedliche Aussagen.

Was du aus der Prognose für dein Einkommen ableiten kannst

Ein allgemeiner Ausblick liefert keine automatische Aussage über deine spätere Gehalts- oder Rentenanpassung. Dafür müssen zusätzlich die tatsächliche Einkommensentwicklung und dein passender Preisvergleich vorliegen. Steigen bestimmte Ausgaben stärker als der Durchschnitt, kann deine persönliche Teuerung über der prognostizierten Gesamtrate liegen; andere Haushalte können darunter liegen.

Betrachte deshalb zuerst deine eigenen Ausgaben im persönlichen Inflationsrechner. Für einen Gehaltsvergleich gibt es den Netto-Kaufkraftrechner, für den Ruhestand den Vergleich Rente und Inflation. Eine Änderung der Inflationsprognose allein ist außerdem keine feste Vorhersage der Zinsen. Wie beide zusammenhängen, erklärt Inflation und Zinsen.

Wie viel Geld brauchst du in Zukunft?

Rechne mit deiner eigenen Annahme. Das Ergebnis zeigt, welcher Betrag künftig für dieselbe Kaufkraft nötig wäre.

Die künftige Preisentwicklung ist eine Annahme. Trage die Rate ein, mit der du planen möchtest.

Wie lange dauert es bis zum gewählten Preisniveau?

Mit einer eigenen konstanten Preisänderung kannst du auch nach dem Zeitraum fragen: Nach wie vielen Jahren müsste ein heutiger Betrag beispielsweise doppelt so hoch sein, um dieselbe Kaufkraft zu erhalten? Die Rechnung teilt den Logarithmus aus Zielbetrag und Anfangsbetrag durch den Logarithmus des jährlichen Preisfaktors.

Bei zwei Prozent pro Jahr würde eine Verdopplung rechnerisch rund 35 Jahre dauern. Bei null Prozent wird ein anderer Zielbetrag nicht erreicht. Eine negative Rate kann einen niedrigeren Zielbetrag erreichen. Das Ergebnis ist ein Szenario mit konstanter Rate, keine Prognose künftiger Inflationsjahre.

Die Jahresrate bleibt in diesem Modell konstant. Eine positive Rate erreicht höhere Zielbeträge; eine negative Rate erreicht niedrigere. Das ist keine Vorhersage künftiger Preise.

Quellen zum Beitrag