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Was ist Inflation?

Inflation ist ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Derselbe Geldbetrag reicht dann für weniger Waren und Dienstleistungen. Wie stark ein Haushalt betroffen ist, hängt von seinen Ausgaben, den tatsächlich gezahlten Preisen und der Entwicklung seines Einkommens ab.

Was die Inflationsrate misst

Die Inflationsrate zeigt, um wie viel Prozent sich die Verbraucherpreise im Durchschnitt verändert haben. In Deutschland misst das der Verbraucherpreisindex. Im Alltag spricht man häufig von Teuerung.

Angenommen, ein unveränderter Warenkorb verteuert sich von 100 auf 125 Euro. Das sind 25 Prozent Preissteigerung. Mit weiterhin 100 Euro lassen sich danach nur noch 80 Prozent der vorherigen Menge kaufen: Der Kaufkraftverlust beträgt 20 Prozent. Preisplus und Geldentwertung haben deshalb unterschiedliche Prozentwerte. Für den Kaufkraftverlust wird der Kehrwert des Preisfaktors verwendet.

Geldentwertung beschreibt denselben Vorgang aus Sicht des Käufers. Wenn das allgemeine Preisniveau steigt, kann er sich mit demselben Betrag weniger leisten. Ein einzelnes teurer gewordenes Lebensmittel zeigt noch nicht, wie sich das gesamte Preisniveau entwickelt hat.

Inflation verstehen und im Alltag einordnen

Welche Zahl hilft, hängt von deiner Frage ab. Wer die heutige Inflationsrate nachschlagen will, braucht einen anderen Vergleich als jemand, der wissen möchte, ob das eigene Gehalt noch ausreicht.

Warum sinkende Inflation die Preise nicht zurücksetzt

Kostet ein Warenkorb zuerst 100 Euro, nach 10 Prozent Inflation 110 Euro und nach weiteren 2 Prozent 112,20 Euro, ist die Inflationsrate stark gefallen. Der Einkauf bleibt trotzdem teurer als in beiden Vorjahren. Dieser Rückgang einer weiterhin positiven Rate heißt Disinflation.

Bei einer Deflation sinkt das allgemeine Preisniveau über längere Zeit. Ein Einkauf kann dadurch günstiger werden. Gleichzeitig können Umsätze und Einkommen fallen, während vereinbarte Schulden in gleicher Höhe zurückgezahlt werden müssen.

Wenn du den Unterschied ausprobieren willst, findest du dazu eine Frage im Inflationsquiz.

So wird Inflation aus Preisindizes berechnet

Für die Veränderung zwischen zwei Zeitpunkten gilt: Endindex geteilt durch Startindex, minus 1, mal 100. Steigt der Index von 100 auf 121,9, beträgt die Verteuerung 21,9 Prozent. Aus 1.000 Euro werden rechnerisch 1.219 Euro für dieselbe durchschnittliche Kaufkraft. Jahresraten werden dabei miteinander verknüpft, nicht addiert.

Vor dem Gesamtindex stehen viele einzelne Preisbeobachtungen. Güter mit hohen Ausgabenanteilen erhalten mehr Gewicht. Ein vereinfachtes Beispiel: Entfallen 20 Prozent eines Ausgangswarenkorbs auf Lebensmittel und steigen nur deren Preise um 10 Prozent, verteuert sich der gesamte Warenkorb um 2 Prozent. Ein Prozentpunkt ist dabei eine Differenz zwischen Raten, kein zusätzlicher Einkaufsbetrag.

Nachfrage, knappes Angebot und höhere Kosten

Steigt die Nachfrage nach Handwerksleistungen, obwohl die Betriebe bereits ausgelastet sind, können die Preise steigen. Stellen die Betriebe später mehr Personal ein oder nehmen wieder mehr Aufträge an, kann der Preisdruck nachlassen.

Ein Angebotsschock wirkt anders: Wird Energie oder ein wichtiger Rohstoff knapp und teuer, steigen Herstellungskosten, obwohl nicht mehr bestellt wurde. Eine Bäckerei benötigt außer Mehl auch Wärme, Personal, Verpackung und Transport. Wie viel davon im Brotpreis ankommt, hängt von ihren Kosten, Verträgen, der Nachfrage und dem Wettbewerb ab. Aus einem einzelnen Kostenanstieg folgt kein festes prozentuales Preisplus für alle Produkte.

Wie Geld durch Bankkredite entsteht

Banken können Buchgeld schaffen, indem sie einen Kredit vergeben und den Betrag auf einem Kundenkonto gutschreiben. Zur neuen Einlage gehört eine gleich hohe Kreditschuld. Kreditnehmer erhalten damit Zahlungsmöglichkeiten, aber kein schuldenfreies Geschenk. Bei der Tilgung wird entsprechendes Buchgeld wieder abgebaut.

Eine Bank muss nicht zuvor genau denselben Betrag als Spareinlage eingesammelt haben. Ihre Kreditvergabe ist trotzdem begrenzt: Kreditwürdigkeit, mögliche Verluste, Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen sowie Refinanzierungskosten spielen eine Rolle. Wird das neue Guthaben an eine andere Bank überwiesen, muss auch die Zahlung zwischen den Banken abgewickelt werden. Die Möglichkeit zur Geldschöpfung beseitigt diese Anforderungen nicht.

Vereinfachtes Buchungsbeispiel: Eine Bank gewährt einen Kredit von 10.000 Euro und schreibt ihn auf dem Kundenkonto gut. Gezeigt werden nur die Änderungen aus diesem Vorgang.
BeteiligterZunahme des VermögensZunahme der Verpflichtung
Kreditnehmer10.000 € Bankguthaben10.000 € Kreditschuld
Bank10.000 € Kreditforderung10.000 € Guthaben des Kunden

Warum mehr Geld nicht sofort denselben Preisanstieg bedeutet

Mehr Geld kann die Nachfrage und damit die Preise erhöhen. Ein Betrieb kann einen Kredit aber auch für zusätzliche Produktion verwenden, und ein Haushalt kann neues Guthaben zunächst liegen lassen. Die Geldmenge sagt allein wenig darüber, wie viel gerade ausgegeben wird und welches Angebot den Käufen gegenübersteht.

Eine Aussage wie „10 Prozent mehr Geldmenge ergeben jetzt 10 Prozent Inflation“ überspringt diese Zusammenhänge. Ebenso sind Zentralbankguthaben der Banken und das Geld der Haushalte nicht identisch. Der langfristige Zusammenhang zwischen Geldentwicklung und Preisniveau bleibt wichtig; eine konkrete deutsche Monatsrate lässt sich daraus allein aber nicht berechnen.

Was die EZB mit Zinsen gegen Inflation bewirken kann

Höhere Leitzinsen beeinflussen die Finanzierungskosten der Banken und darüber die Zinsen für neue Kredite und Einlagen. Werden Kredite teurer, können Anschaffungen und Investitionen zurückgestellt werden. Sparen wird gegenüber sofortigem Ausgeben eher attraktiv. Eine schwächere Nachfrage kann den Preisdruck dämpfen.

Die Wirkung kommt mit Verzögerung und trifft nicht jeden Haushalt gleichzeitig. Ein alter Festzinskredit reagiert anders als ein neu abgeschlossener Kredit. Höhere Zinsen erzeugen auch keine zusätzliche Energie und reparieren keine Ernteausfälle. Geldpolitik wirkt vor allem auf Finanzierung, Nachfrage und Erwartungen; sie kann die ursprüngliche Knappheit eines Produkts nicht unmittelbar beseitigen.

Wie Inflation und Zinsen zusammenhängen, zeigt der Vergleich von Krediten und Ersparnissen. Mit dem Realzinsrechner kannst du prüfen, wie viel Kaufkraft deine Zinsen nach Inflation bringen.

Welche Rolle die Warenkorbgewichte spielen

Der amtliche Warenkorb bildet Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland ab. Die Anteile müssen weder zum Budget einer einzelnen Familie noch zu dem eines Rentners passen. Auch selten gekaufte Güter gehören dazu, wenn Haushalte insgesamt Geld dafür ausgeben.

Zwischen den Wägungsschemata 2015 und 2020 stieg der Anteil von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken von 9,685 auf 11,904 Prozent. Wohnen einschließlich Wasser und Energie sank von 32,470 auf 25,925 Prozent. Die Grafik zeigt diese Ausgabenanteile. Eine kleinere Gewichtung ist noch keine Aussage darüber, wie sich der Preis dieser Gruppe entwickelt hat.

Was zählt im Inflationswarenkorb wie stark?

Wägungsschemata 2015 und 2020 · Anteile der zwölf Hauptgruppen in Prozent.

Gewichte 2015Gewichte 2020

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

9,685 %
11,904 %

Alkoholische Getränke und Tabakwaren

3,777 %
3,526 %

Bekleidung und Schuhe

4,534 %
4,225 %

Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe

32,470 %
25,925 %

Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör

5,004 %
6,778 %

Gesundheit

4,613 %
5,549 %

Verkehr

12,905 %
13,822 %

Post und Telekommunikation

2,672 %
2,335 %

Freizeit, Unterhaltung und Kultur

11,336 %
10,423 %

Bildungswesen

0,902 %
0,906 %

Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen

4,677 %
4,720 %

Andere Waren und Dienstleistungen

7,425 %
9,887 %

Quelle: Destatis und Bundesregierung, Wägungsschemata 2015 und 2020.

Für den deutschen VPI gilt 2025 und 2026 weiterhin das Wägungsschema 2020. Die Anteile beschreiben Gewichte, keine Preissteigerungen. Beide Schemata ergeben 100 Prozent.

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Wird Teures einfach durch billige Ersatzprodukte ausgetauscht?

Beim eigenen Einkauf kann ein Wechsel von einem teureren Produkt zu einer günstigeren Alternative die Rechnung senken. Das ist eine Ausweichreaktion des Haushalts. Es zeigt nicht, dass der Preis des ursprünglich gekauften Produkts gefallen wäre. Wer nur seine Monatsausgaben vergleicht, vermischt solche Wechsel mit Preisänderungen.

Davon zu unterscheiden sind Ersatzartikel in der Preisbeobachtung, wenn ein bisher erfasstes Produkt nicht mehr erhältlich ist. Dann muss geprüft werden, ob Menge und Qualität vergleichbar bleiben. Das nationale VPI-Wägungsschema bleibt zwischen den Revisionen fest; seine Ausgabenanteile werden nicht monatlich an den jeweils billigsten Warenkorb angepasst. Eine Revision des Wägungsschemas und ein notwendiger Artikelersatz sind unterschiedliche Vorgänge.

Schrumpfflation, Qualität und tatsächlicher Kassenpreis

Bleibt der Packungspreis bei 2 Euro, während die Menge von 250 auf 200 Gramm sinkt, steigt der Grundpreis von 8 auf 10 Euro je Kilogramm. Das sind 25 Prozent Verteuerung trotz gleichem Packungspreis. Solche Mengenänderungen gehören in einen Preisvergleich.

Bei neuer Technik ist der Vergleich schwieriger. Ein besser ausgestattetes Gerät kann mehr kosten. Die Statistik versucht dann zu schätzen, wie viel vom Aufpreis auf die Ausstattung entfällt. Wenn du die Zusatzfunktionen gar nicht brauchst, zahlst du beim Kauf trotzdem den vollen Preis. Eine allgemeine „Inflation ohne jede Qualitätsbereinigung“ lässt sich daraus nicht berechnen.

Wie eine Revision die veröffentlichte Inflation verändert

Die Revision 2023 senkte die veröffentlichte Jahresrate für 2022 insgesamt von 7,9 auf 6,9 Prozent. Dabei wurden mehrere Teile der Berechnung überarbeitet. Dieser Unterschied ist deshalb kein isolierter Nachweis für die Wirkung der zwölf Hauptgruppengewichte und hat keinen Kassenpreis nachträglich gesenkt.

Die Modellgrafik vergleicht dagegen dieselben zwölf Teilindizes nur mit anderen Hauptgewichten. Für 2024 bis 2025 entstehen aus 1.000 Euro rechnerisch 1.020,26 beziehungsweise 1.021,55 Euro. Die neuen Gewichte liefern in diesem Beispiel 1,29 Euro mehr, nicht weniger. Das ist eine begrenzte Gegenrechnung. Eine manipulative Absicht lässt sich aus dem Methodenwechsel oder seiner Wirkung allein nicht belegen.

Wie viel Unterschied machen andere Warenkorbgewichte?

Modell für 2024–2025 · Rechnerischer Aufschlag auf 1.000 Euro.

Rechnerischer Aufschlag für 2025, in Euro

Gewichte 2015+20,26 €
Gewichte 2020+21,55 €

+1,29 € mit den Gewichten 2020

Gleiche zwölf Destatis-Teilindizes, andere Hauptgruppen-Gewichte.

Quelle: Destatis, zwölf Hauptgruppen; eigene Modellrechnung für 2024–2025.

Identische Gruppenindizes, nur die Gewichte wechseln. Kein amtlicher alter VPI und keine persönliche Inflationsrate.

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Gibt es neue Warenkorbgewichte für 2025?

Beim deutschen Verbraucherpreisindex gilt weiterhin das Wägungsschema 2020. Ein neuer Erhebungskatalog für 2025 ändert diese Aussage nicht: Erhebungskatalog, Preisbasis und Ausgabengewichte haben unterschiedliche Aufgaben. Die Umstellung auf das VPI-Basisjahr 2025 ist voraussichtlich für 2028 vorgesehen.

Daneben gibt es den Harmonisierten Verbraucherpreisindex für Deutschland, kurz HVPI. Er hat andere Abgrenzungen und jährlich aktualisierte Gewichte. Ein HVPI-Wägungsschema 2025 darf daher nicht als neue Gewichtsspalte des nationalen VPI ausgegeben werden. Für Zeitvergleiche muss feststehen, welcher Index verwendet wird.

Warum die amtliche Rate und die eigene Belastung abweichen

Wohnkosten sind ein wichtiger Grund für Unterschiede. Der Mietpreisindex umfasst verschiedene Mietverhältnisse, nicht nur die Angebote für gerade neu suchende Haushalte. Eine stark gestiegene Neuvertragsmiete kann daher neben einer viel moderateren durchschnittlichen Mietentwicklung stehen. Immobilienkaufpreise sind wiederum etwas anderes als laufende Konsumausgaben.

Hinzu kommen persönliche Ausgabenanteile und tatsächlich bezahlte Preise. Ein sachlicher Vergleich der eigenen Inflation benötigt dieselben Mengen und Leistungen zu zwei Zeitpunkten. Erst danach lässt sich prüfen, ob das verfügbare Netto für den bisherigen Lebensstandard reicht. Mehr Ausgaben, Preissteigerung und Kaufkraftverlust beantworten jeweils eine andere Frage.

Deine tatsächlichen Kosten für gleiche Mengen und Leistungen kannst du im persönlichen Inflationsrechner gegenüberstellen.

Heißt das Verb zu Inflation „inflationieren“?

Inflation ist ein Substantiv. Als Verb ist „inflationieren“ im Deutschen belegt; Duden führt es unter anderem für das Vorantreiben der Geldentwertung. Im Alltag sind „die Preise steigen“ oder „Geld verliert Kaufkraft“ oft verständlicher. Das Adjektiv „inflationär“ kann auch übertragen einen übermäßigen Gebrauch beschreiben, etwa von Schlagwörtern. Eine solche sprachliche Verwendung ist keine gemessene wirtschaftliche Inflationsrate.

Quellen zum Beitrag