Gefühlte Inflation
Die Befragten einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft schätzten die Teuerung 2024 im Median auf 10 Prozent. Die amtliche Jahresrate lag bei 2,2 Prozent. Was du beim Einkauf bemerkst, hängt auch davon ab, wie oft du etwas kaufst und an welchen früheren Preis du dich erinnerst.
Was ist gefühlte Inflation?
Gefühlte Inflation ist deine Einschätzung, wie stark die Preise gestiegen sind. In einer Befragung geben Menschen diese Einschätzung an. Für den Verbraucherpreisindex zählen erhobene Preise und die durchschnittlichen Ausgabenanteile in Deutschland.
Deine persönliche Inflation beantwortet eine dritte Frage. Wie viel kosten die Dinge, für die du selbst Geld ausgibst, wenn du Menge und Qualität vergleichbar hältst? Für diese Rechnung brauchst du eigene Preise oder Preisreihen und Angaben zu deinem Budget.
Wie hoch war die gefühlte Inflation in Deutschland 2024?
Im Dezember 2024 fragte das Institut der deutschen Wirtschaft Menschen in Deutschland nach ihrer Einschätzung. Der Durchschnitt der Antworten lag bei 15,3 Prozent, der Median bei 10 Prozent. Sortiert man die Antworten der Größe nach, liegt der Median in der Mitte. Sehr hohe Schätzungen wirken sich auf den Durchschnitt stärker aus.
Der IW-Kurzbericht weist 3.267 gültige Antworten aus einer Onlinebefragung aus. Die amtliche Jahresrate von 2,2 Prozent vergleicht die durchschnittlichen Preise von 2024 mit denen von 2023. Die Befragungswerte gelten für die untersuchte Stichprobe und den damaligen Zeitraum.
Warum fühlt sich der Preisanstieg oft größer an?
Einen teureren Einkauf bemerkst du sofort. Wenn du jede Woche Lebensmittel kaufst, begegnet dir derselbe Preisanstieg immer wieder. Eine unveränderte Gebühr, die du nur einmal im Jahr zahlst, fällt dabei viel weniger auf. Die Europäische Zentralbank nennt die Häufigkeit von Käufen und die stärkere Erinnerung an Preissteigerungen als Gründe für die Abweichung.
Auch das Ausgangsjahr ändert die Antwort. Ein Einkauf kostete im Beispiel vor einigen Jahren 100 Euro, im Vorjahr 120 Euro und heute 122,40 Euro. Das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit dem ersten Einkauf stieg der Preis um 22,4 Prozent. Wer sich an den ersten Betrag erinnert, nimmt trotz der niedrigeren Jahresrate den ganzen Preisanstieg wahr.
Wie prüfst du, was du tatsächlich mehr bezahlst?
Ein Haushalt gab im Beispiel monatlich 300 Euro für Lebensmittel und 900 Euro für seine übrigen Kosten aus. Kostet der gleiche Einkauf später 360 Euro und bleibt der Rest bei 900 Euro, steigt die Monatsrechnung von 1.200 auf 1.260 Euro. Der Lebensmitteleinkauf hat sich um 20 Prozent verteuert, die gesamten Ausgaben bei gleichen Mengen um 5 Prozent.
Leg zwei vergleichbare Belege nebeneinander. Vergleiche bei Lebensmitteln den Preis pro Kilo, vergleiche bei der Miete dieselben Leistungen und beim Strom denselben Verbrauch. Die Beträge trägst du im persönlichen Inflationsrechner ein. Bei der eigenen Rechnung zur wahren Inflation siehst du, wie wir veröffentlichte Preise für feste Mengen vergleichen.
Wo findest du passende Preisvergleiche?
Wenn dir vor allem der Einkauf teurer vorkommt, beginne bei den Lebensmittelpreisen in Deutschland. Für Wohnen, Packungsgrößen und Preisrückgänge findest du die passenden Artikel unter Preise im Alltag. Die amtliche Inflationsrate für Deutschland hilft beim Vergleich über denselben Zeitraum.